Nach langer Pause...
Lange Zeit war nicht zu hören gewesen vom Hofe des Herzogs von Valois. Ein jeder ging seiner Arbeit nach und sorgte für sich und die Seinen. Was außerhalb des Herzogtums, ja sogar außerhalb seines Gutes geschah, interessierte niemanden. So kam es, dass es aus der Zeit zwischen 1087 und 1091 keine Aufzeichnungen mehr aufzufinden waren. Erst als die religiös offene Einstellung des Herzogs, übrigens ein Charaktermerkmal der Familie seit Karl dem Großen, dafür sorgte, dass Heribert zum Häretiker ernannt wurde, wurde Valois wieder Teil der europäischen Politik. Heriberts Lehnsherr, der alte Freund Philippe Capet, König von Frankreich, erkannte seine religiöse Sichtweise nicht an, woraufhin sich das Herzogtum von Valois dem Treueschwur verweigerte.
Unabhängigkeit Valois im Jahre 1091
Europa im Jahre 1091
Überraschenderweise zog dies keinen Krieg gegen Frankreich nach sich. So verbündete sich Heribert mit Auquitanien und sparte auf eine weitere Vergrößerung seines Reiches, was wohl nur auf eine Weise möglich schien. Immerhin war Heriberts Bruder Odo mit der aquitanischen Familie verbunden und dessen 16-jähriger Enkel Bertrand Karolinger an erster Stelle der Erbfolge.
Bündnisfall und Erhebung von Ansprüchen
Im heftigen und kurzen krieg gegen den Grafen von Labourd verstarb Heriberts Frau Adélé de Valois und auch der Chefspion Armin von Ippendorf. Trotzdem durfte sich Heribert nicht ablenken lassen und brachte die Belagerung der feindlichen Burg zu Ende.
Sieg Labourd 1093
Bei der Siegesfeier wurde auch die Hochzeit des Herzogs Heribert mit Cecile van Holland, der jüngsten Tochter des holländischen Herzogs nachträglich gefeiert. Holland war ein norddeutschen Herzogtum mit stabil 11 Grafschaften und besten Beziehungen zu Valois. Bereits Ceciles ältere Schwester war bereits mit einem Karolinger verheiratet.
Heribert sollte von Cecile 4 Söhne und 2 Töchter bekommen, bevor er verstarb.
Im Oktober 1093 erfolgte die feierliche Umsetzung einer diplomatischen Glanzleistung, die Heribert zu würdigen leider nicht mehr kommen sollte. Erst sein Enkel und Erbe Jean sollte später erkennen, welche Relevanz diese Hochzeit zwischen Heriberts Großneffen Jean (aus der Linie Odo I.) und dem einzigen Kind des Herzogs von Burgund, seiner Tochter Blanche de Bourgogne haben wird. Details hierzu später.
Zwei Jahre später verstarb das Schwarze Schaf der Familie, Heriberts ältester Sohn Odo an „Alterschwäche“ mit nur 45 Jahren.
Tod Odo 1095
Diese Jahre verliefen recht friedlich und wirtschaftlich potent. Die Stabilität stieg zu Weihnachten 1094. Nach diversen Verhandlungsrunden stimmte der Graf von Geneve der Vasallierung zu.
Graf von Geneve
Der inzwischen 21-jährige Bertrand erbte das Herzogtum Aquitanien von seinem Großvater mütterlicher Seite über Stefanie de Gevaudan.
Bertrand Karolinger von Aquitanien
Da Heribert feststellen musste, dass der seit mehreren Jahren unabhängige Graf von Rouerque im zentralen Südfrankreich sich weigerte, sein Vasall zu werden, erhob er kurzerhand Ansprüche auf dessen Titel und Grafschaft
Anspruch auf Rouerque
Dem folgte selbstverständlich ein kurzer Austausch von gegenseitigen Vorschlägen zum destruktiven Helmdesign, welchen Heribert gewann.
Sieg Rouerque 1098
Die folgenden Jahre verbrachte Heribert mit seiner Familie und seinem Rat und das Land gedieh. Im Jahre 1104 dann folgte Heribert seinem Großneffen Bertrand von Aquitanien, welcher mit dem Sultan von Ägypten im Krieg lag. Doch noch bevor Heribert seine Mannen einschiffen konnte, stellte er fest, dass der Sultan bereits in Südfrankreich seine Horden in den Krieg führte. Ein Heiliger Kreuzzug im eigenen Land!!!
Ägypter in Frankreich 1104
Ein Jahr später, der Sultan war aus Frankreich vertrieben und die valois’schen Truppen auf den Weg nach Ägypten, verstarb Heribert IV., Herzog von Valois und direkter männlicher Nachkomme von Karl dem Großen. Er hinterlässt ein stark gewachsenes aber auch hoch verschuldetes Reich seinem Enkel und Erben Jean Karolinger.
Erbe Heribert IV. 1105
Jean brachte den Kreuzzug erfolgreich zu Ende und eroberte mit Alexandria eine der reichsten Städte am Mittelmeer. Darüber hinaus nahm er dem Sultan die Grafschaft Bearn ab.
Europa im Jahre 1106, Valois ist grün umrandet
Jean konzentrierte sich jetzt auf die Konsolidierung der herzöglichen Kasse, wobei jedoch die Einnahmen aus Alexandria, neben Antiochia die einzige christliche Stadt im Orient, sehr halfen.
In dieser Zeit erbte, wie schon lange geplant und erwartet, Étienne Karolinger, Sohn des Herzogs Jean Karolinger de Valois und Amburga de Normandie das Königreich England. Wenn das noch Heribert IV. miterlebt hätte, so wäre er sicherlich friedlicher verstorben.
König von England, 1107
Es begannen intensive Verhandlungen zwischen Jean und seinem Sohn Étienne über die Verteilung der französischen Reichteile der englischen Krone. Doch bevor sie sich einigen konnten, fiel eine Nachricht wie eine Bombe auf den Tisch.
Bulle von Paris
Aus der Ehe zwischen Jean Karolinger und Blanche de Bougogne erwuchs ein kleiner Raoul Karolinger, welcher überraschenderweise über seine Mutter, eine Enkelin von Philippe Capet, des verstorbenen französischen Königs, das Fränkischste aller Königreiche erbte: Frankreich!
Jean überwand alle egoistischen Gedanken und unterwarf sich sofort dem neuen Karolingerkönig auf dem Frankenthron.
Jeans Eid
An dieser Stelle meine Herren, nehme ich den Rat der Herren an und werde künftig an Stelle des Raoul regieren.
Europa 1109
Hinzu kommt, das folgende Herzogtümer und Grafschaften bei Ableben der jeweiligen Titelinhaber ebenfalls im ersten Rang an einen Karolinger gehen wird.
1. Herzogtum Holland an Charles, Herzog von Berry
2. Herzogtum Provence an Hélie, Herzog der Gascogne
3. Grafschaft von Savoie und Piemonte an Bernard, Sohn von König Étienne von England
4. Herzogtum von Niederlothringen an König Raoul von Frankreich
5. Herzogtum Flandern an Étienne, Sohn von Hélie, Herzog der Gascogne
Werte Freunde, ratet mir bitte was ich mit den englischen Ländereien auf fränkischen Boden anfangen soll. Man sollte meinen, dass Jean für den neuen König Raoul diese dem englischen König abkaufen würde. Doch ist dies real? Würde Étienne das normannische Stammgut seines Großvaters hergeben? Was wäre ein angemessener Preis? 1.000 Gulden?