von Hesse » Mi 22.11.2006, 12:30
Berliner Volkszeitung
Wien....Die Donaumonarchie wurde heute von einem einschneidenden Ereignis erschüttert. Der Kaiser dankt ab! Aufgrund längerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen des 84 (!) Jährigen Monarchen der Donaumonarchie, wurde heute offiziell von seiner kaiserlichen Majestät in Wien der Thronverzicht proklamiert. Mit der Abdankung des rüstigen Monarchen geht eine Ära europäischer Geschichte zuende. Franz Joseph, der bedeutende historische Ereignisse und sozialwirtschaftliche Umwälzungen selbst noch miterlebte, stand für die Beständigkeit der Donaumonarchie und für die Kontinuität der Habsburger.
Obwohl einige militärische Niederlagen, wie etwa der Verlust italienischer Besitzungen durch den Krieg gegen Frankreich und Sardinien-Piemont oder die Niederlage im preußisch-österreichischen Krieg 1866, welche zugleich die Gründung unseres glorreichen Reiches ermöglichte, seine Amtszeit ebenso kennzeichneten, wie politische und militärische Erfolge, etwa die Begründung der österreich-ungarischen Doppelmonarchie 1867 oder die Erfolge auf dem Balkan, galt Franz-Joseph als Garant für Stabilität in Südosteuropa. Beispielsweise meisterte er souverän die Märzrevolution von 1848, überlebte ein Attentat im Jahre 1853 und verstand es den Vielvölkerstaat in eine neue Epoche zu führen.
Als Nachfolger wurde der Neffe seiner kaiserlichen Majestät, der Erzherzog Franz-Ferdinand benannt. Er gilt als reformumtriebiger aufgeklärter Geist, der mit Sicherheit die Geschicke der Donaumonarchie souverän und der neuen Ära angemessen lenken wird.
Anm.d.Red.: An dieser Stelle möchte die Redaktion der Berliner Volkszeitung ihre besten Genesungswünsche an seiner kaiserlichen Majestät Franz Joseph I.und gleichzeitig seiner kaiserlichen Majestät Franz II. die besten Segenswünsche für eine erfolgreiche Regentschaft senden.
Madrid....Aufgrund der Krise um Russland, hat die spanische Regierung die botschaftsgebäude des Deutschen Reiches, Österreich-Ungarns, Schwedens und Russlands in besonderer Weise mit Schutzmaßnahmen belegt. Zur Vorbeugung von eventuellen Ausschreitungen gegenüber dem jeweiligen diplomatischen Personal, kommandierte Spanien Truppenkontigente zur Bewachung der Botschaftsgelände ab. Im Auswärtigen Amt wurde Verständnis für die Maßnahmen aufgebracht. Zunächst bestandene Mißverständnisse über die Art und Weise der Stationierung, zunächt erweckte der Aufruf des spanischen Außenministers den Eindruck, man wolle entgegen dem Völkerrecht Truppen innerhalb des Botschaftsgeländes stationieren, wurden schnell ausgeräumt. Hierzu äußerte sich Staatssekretär von Jagow: "Natürlich können wir Bedenken von Drittstaaten verstehen, wenn sie angesichts der Spannungen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. An dieser Stelle können wir aber versichern, daß von deutschen Botschaften keinerlei Gefahr ausgehen wird. Das verbietet der Anstand und würde die internationalen diplomatischen Konventionen ad absurdum führen. Wir können das nur für uns und unsere Freunde aus Schweden und Österreich versichern. Wie dies in Russland gesehen wird, mögen wir zwar nicht beurteilen, aber eine solche Niederträchtigkeit würde auch sicher nicht das Zarenreich begehen."
Buenos Aires....Wie kürzlich bekannt wurde ist bereits am 8. August ist der argentinische Präsident Dr. Roque Sáenz Pena verstorben. Im Chaos der aktuellen Präsidentschaftswahlen wurde dies anscheinend seit Wochen verheimlicht und die Umstände des plötzlichen Todes sind noch nicht geklärt. Der momentane Vizepräsident Victorino de la Plaza hat derzeit die Amtsgeschäfte übernommen und die Beisetzung von Pena erfolgt am 1. September. Wie das argentinische Volk auf den Verlust ihres Staatschefes reagiert und inwieweit die Wahlen wiederholt werden müssen, ist unbekannt.
Anm.d. Red.: Die Redaktion der Berliner Volkszeitung möchte an dieser Stelle ihr Beileid dem argentinischen Volk, der Familie und den Angehörigen Penas aussprechen.
Rom....Das italienische Außenministerium räumte mit einem Mißverständnis in der letzten Erklärung über die Beziehungen zu Russland auf. Demnach positioniert sich Italien nicht als Freund Russlands im eigentlichen Sinne, sondern das italienische Außenministerium definierte den Begriff Freund für jeden neutralen Staat, zu dem Italien in irgendeiner Weise Beziehungen pflegt. Fraglich ist dabei nun, wie man in Italien Staaten definiert, die eine wirkliche diplomatische Beziehung oder gar einen Handelsvertrag zu dem Königreich unterhalten. Vorschläge für eventuelle Bezeichnungen nimmt die Redaktion gerne entgegen, veröffentlicht sie in der nächsten regulären Ausgabe und leitet sie an das italienische Außenministerium weiter.
St.Petersburg....Die Provokationen in der russischen Boulevardpresse ebben nicht ab.
Während das gemäßigte Blatt Ezhenendelnik ein Loblied auf die Pressefreiheit in Russland singt, die russische Dominanz in Persien und Afghanistan gegenüber Großbritannien beweihräuchert und schließlich haltlose Verschwörungstheorien über einen schwedischen Imperialismus in Skandinavien in den Raum stellt, zielt das Hetzblatt Swet wie gewöhnlich auf eine Beleidigung des Deutschen Reiches ab.
Hierbei werden angebliche Blamagen in der Außenpolitik und besonders die harte Haltung des Zaren gegenüber Einmischungsversuchen thematisiert.
Zuvor hatte der Zar ebenfalls in der Zeitung Swet einen Punktekatalog als Antwort auf die Verschlechterung der Beziehungen Russlands zu Schweden, Österreich-Ungarn und vor allem dem Deutschen Reich veröffentlicht. Dabei unterstellte der Zar in den Äußerungen des Reichskanzlers zu den dauerhaften und beleidigenden Artikeln, die für eine Verschlechterung der deutsch-russischen Beziehungen verantwortlich sind, einen Einmischungsversuch in die Innenpolitik des Zarenreiches.
Trotz der wieder einmal unhaltbaren Vorwürfe des Propagandablattes, scheinen die Vorwürfe gegenüber dem Ausland eigentlich die Verhältnisse im eigenen Land wiederzuspiegeln. So ist der Prestigeverlust durch zahlreiche nicht eingehaltene Handelskontrakte noch heute ein hartes Brot für das Zarenreich und eine Blamage, die man durch die aggressive Expansionspolitik in Persien und Afghanistan zu kaschieren versucht. Auch die oft hochgelobte Pressefreiheit scheint nur Opium fürs Volk zu sein, da objektive Betrachtungen bzw. die offizielle Äußerung des Zaren in der Swet offensichtlich eine staatliche Vereinnahmung der achso freien Presse in Russland kennzeichnet.
Auch ist es fraglich, weshalb gerade in der freien russischen Presse, die sich dermaßen als Sprachrohr des gemeinen russischen Bauern verstehen zu scheint, nicht die Mißstände und Probleme im eigenen Land oder etwa die politische Zensur eines Lenin thematisiert werden. Vielmehr ist aus der gesamten russischen Boulevardpresse in einem gleich anhaltenden Ton eine deutschfeindliche Propaganda zu erkennen. Somit kann man nur zu dem Schluß kommen, daß es im Zarenreich keine wirkliche Pressefreiheit gibt, sondern lediglich eine staatlich kontrollierte Presse, die bewußt das Deutsche Reich als Sündenbock für eigene Probleme inszeniert und sich unter dem Deckmantel der Pressefreiheit versteckt.
Die Berliner Volkszeitung kann an dieser Stelle mit ruhigem Gewissen sagen, daß eine vom Zaren propagierte, aber selbst nicht eingehaltene, Pressefreiheit gerade jedes staatliche Gefüge unterminieren und schließlich zerstören würde. Daher arbeitet natürlich etwa die deutsche Presse mit staatlichen Stellen zusammen, um gerade niveauvolle, relevante und gesellschaftskonforme Artikel zu verfassen. Dies bedeutet gerade nicht, daß jeder Ansatz von Kritik oder Freigeist aus der Presse verbannt wird, nur soll gerade staatszersetzendes, ehrverletzendes und kriminelles Gedankengut keine Plattform finden.
Sicher ist nun, daß die russische Boulevardpresse entweder eben gerade nicht frei ist und bewußt eine Hetze gegen das Deutsche Reich und seine Freunde initiiert, um eigene Probleme zu kaschieren, oder daß man gar keine Kontrolle über die Presse mehr hat und gerade deshalb nun für die negativen Auswirkungen einer freien Presse außenpolitisch bezahlen darf.
Aus der Reichsregierung wurde zu diesem Thema eins deutlich, daß sich das Zarenreich mit einer derartigen Präsentation in der Weltöffentlichkeit nur selbst schadet und andere Nationen beleidigt. "Auf dieser Grundlage kann keine diplomatische Zusammenarbeit stattfinden. Dies ist keine Einmischung in russische Innenpolitik, sondern eine Feststellung der deutschen Außenpolitik. Wie sollen wir mit jemandem Geschäfte und Beziehungen pflegen, wenn in dessen Schriften Beleidigungen, Schmähungen und Unwahrheit über uns verbreitet wird. Russland isoliert sich durch seine freie Presse nur selbst und steuert auf einen Abgrund zu. Zu dieser Sache ist eigentlich damit genug gesagt, wir haben nun nicht mehr geduldig eine solche Ehrverletzung über uns ergehen lassen und die Konsequenzen gezogen. Da der Zar aber selbst unsere konsequente Antwort auf die russische Hetze, nicht als Hinweis für das grundlegende Problem unserer Beziehungen sieht, sondern als einen Affront gegen seine Person und den russischen Staat versteht, kann man eben nichts machen als getrennte Wege zu gehen.", sagte der Reichskanzler gestern.
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[b]Wien[/b]....Die Donaumonarchie wurde heute von einem einschneidenden Ereignis erschüttert. Der Kaiser dankt ab! Aufgrund längerer gesundheitlicher Beeinträchtigungen des 84 (!) Jährigen Monarchen der Donaumonarchie, wurde heute offiziell von seiner kaiserlichen Majestät in Wien der Thronverzicht proklamiert. Mit der Abdankung des rüstigen Monarchen geht eine Ära europäischer Geschichte zuende. Franz Joseph, der bedeutende historische Ereignisse und sozialwirtschaftliche Umwälzungen selbst noch miterlebte, stand für die Beständigkeit der Donaumonarchie und für die Kontinuität der Habsburger.
Obwohl einige militärische Niederlagen, wie etwa der Verlust italienischer Besitzungen durch den Krieg gegen Frankreich und Sardinien-Piemont oder die Niederlage im preußisch-österreichischen Krieg 1866, welche zugleich die Gründung unseres glorreichen Reiches ermöglichte, seine Amtszeit ebenso kennzeichneten, wie politische und militärische Erfolge, etwa die Begründung der österreich-ungarischen Doppelmonarchie 1867 oder die Erfolge auf dem Balkan, galt Franz-Joseph als Garant für Stabilität in Südosteuropa. Beispielsweise meisterte er souverän die Märzrevolution von 1848, überlebte ein Attentat im Jahre 1853 und verstand es den Vielvölkerstaat in eine neue Epoche zu führen.
Als Nachfolger wurde der Neffe seiner kaiserlichen Majestät, der Erzherzog Franz-Ferdinand benannt. Er gilt als reformumtriebiger aufgeklärter Geist, der mit Sicherheit die Geschicke der Donaumonarchie souverän und der neuen Ära angemessen lenken wird.
[i]Anm.d.Red.: An dieser Stelle möchte die Redaktion der Berliner Volkszeitung ihre besten Genesungswünsche an seiner kaiserlichen Majestät Franz Joseph I.und gleichzeitig seiner kaiserlichen Majestät Franz II. die besten Segenswünsche für eine erfolgreiche Regentschaft senden.[/i]
[b]Madrid[/b]....Aufgrund der Krise um Russland, hat die spanische Regierung die botschaftsgebäude des Deutschen Reiches, Österreich-Ungarns, Schwedens und Russlands in besonderer Weise mit Schutzmaßnahmen belegt. Zur Vorbeugung von eventuellen Ausschreitungen gegenüber dem jeweiligen diplomatischen Personal, kommandierte Spanien Truppenkontigente zur Bewachung der Botschaftsgelände ab. Im Auswärtigen Amt wurde Verständnis für die Maßnahmen aufgebracht. Zunächst bestandene Mißverständnisse über die Art und Weise der Stationierung, zunächt erweckte der Aufruf des spanischen Außenministers den Eindruck, man wolle entgegen dem Völkerrecht Truppen innerhalb des Botschaftsgeländes stationieren, wurden schnell ausgeräumt. Hierzu äußerte sich Staatssekretär von Jagow: [i]"Natürlich können wir Bedenken von Drittstaaten verstehen, wenn sie angesichts der Spannungen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. An dieser Stelle können wir aber versichern, daß von deutschen Botschaften keinerlei Gefahr ausgehen wird. Das verbietet der Anstand und würde die internationalen diplomatischen Konventionen ad absurdum führen. Wir können das nur für uns und unsere Freunde aus Schweden und Österreich versichern. Wie dies in Russland gesehen wird, mögen wir zwar nicht beurteilen, aber eine solche Niederträchtigkeit würde auch sicher nicht das Zarenreich begehen." [/i]
[b]Buenos Aires[/b]....Wie kürzlich bekannt wurde ist bereits am 8. August ist der argentinische Präsident Dr. Roque Sáenz Pena verstorben. Im Chaos der aktuellen Präsidentschaftswahlen wurde dies anscheinend seit Wochen verheimlicht und die Umstände des plötzlichen Todes sind noch nicht geklärt. Der momentane Vizepräsident Victorino de la Plaza hat derzeit die Amtsgeschäfte übernommen und die Beisetzung von Pena erfolgt am 1. September. Wie das argentinische Volk auf den Verlust ihres Staatschefes reagiert und inwieweit die Wahlen wiederholt werden müssen, ist unbekannt.
[i]Anm.d. Red.: Die Redaktion der Berliner Volkszeitung möchte an dieser Stelle ihr Beileid dem argentinischen Volk, der Familie und den Angehörigen Penas aussprechen.[/i]
[b]Rom[/b]....Das italienische Außenministerium räumte mit einem Mißverständnis in der letzten Erklärung über die Beziehungen zu Russland auf. Demnach positioniert sich Italien nicht als Freund Russlands im eigentlichen Sinne, sondern das italienische Außenministerium definierte den Begriff Freund für jeden neutralen Staat, zu dem Italien in irgendeiner Weise Beziehungen pflegt. Fraglich ist dabei nun, wie man in Italien Staaten definiert, die eine wirkliche diplomatische Beziehung oder gar einen Handelsvertrag zu dem Königreich unterhalten. Vorschläge für eventuelle Bezeichnungen nimmt die Redaktion gerne entgegen, veröffentlicht sie in der nächsten regulären Ausgabe und leitet sie an das italienische Außenministerium weiter.
[b]St.Petersburg[/b]....Die Provokationen in der russischen Boulevardpresse ebben nicht ab.
Während das gemäßigte Blatt [i]Ezhenendelnik[/i] ein Loblied auf die [i]Pressefreiheit[/i] in Russland singt, die russische [i]Dominanz[/i] in Persien und Afghanistan gegenüber Großbritannien beweihräuchert und schließlich haltlose Verschwörungstheorien über einen [i]schwedischen Imperialismus[/i] in Skandinavien in den Raum stellt, zielt das Hetzblatt [i]Swet[/i] wie gewöhnlich auf eine Beleidigung des Deutschen Reiches ab.
Hierbei werden angebliche Blamagen in der Außenpolitik und besonders die harte Haltung des Zaren gegenüber [i]Einmischungsversuchen[/i] thematisiert.
Zuvor hatte der Zar ebenfalls in der Zeitung [i]Swet[/i] einen Punktekatalog als Antwort auf die Verschlechterung der Beziehungen Russlands zu Schweden, Österreich-Ungarn und vor allem dem Deutschen Reich veröffentlicht. Dabei unterstellte der Zar in den Äußerungen des Reichskanzlers zu den dauerhaften und beleidigenden Artikeln, die für eine Verschlechterung der deutsch-russischen Beziehungen verantwortlich sind, einen [i]Einmischungsversuch in die Innenpolitik[/i] des Zarenreiches.
Trotz der wieder einmal unhaltbaren Vorwürfe des Propagandablattes, scheinen die Vorwürfe gegenüber dem Ausland eigentlich die Verhältnisse im eigenen Land wiederzuspiegeln. So ist der Prestigeverlust durch zahlreiche nicht eingehaltene Handelskontrakte noch heute ein hartes Brot für das Zarenreich und eine Blamage, die man durch die aggressive Expansionspolitik in Persien und Afghanistan zu kaschieren versucht. Auch die oft hochgelobte Pressefreiheit scheint nur [i]Opium fürs Volk[/i] zu sein, da objektive Betrachtungen bzw. die offizielle Äußerung des Zaren in der [i]Swet[/i] offensichtlich eine staatliche Vereinnahmung der achso [i]freien Presse[/i] in Russland kennzeichnet.
Auch ist es fraglich, weshalb gerade in der [i]freien russischen Presse[/i], die sich dermaßen als Sprachrohr des [i]gemeinen russischen Bauern[/i] verstehen zu scheint, nicht die Mißstände und Probleme im eigenen Land oder etwa die politische Zensur eines Lenin thematisiert werden. Vielmehr ist aus der gesamten russischen Boulevardpresse in einem gleich anhaltenden Ton eine deutschfeindliche Propaganda zu erkennen. Somit kann man nur zu dem Schluß kommen, daß es im Zarenreich keine wirkliche [i]Pressefreiheit[/i] gibt, sondern lediglich eine staatlich kontrollierte Presse, die bewußt das Deutsche Reich als Sündenbock für eigene Probleme inszeniert und sich unter dem Deckmantel der Pressefreiheit versteckt.
Die Berliner Volkszeitung kann an dieser Stelle mit ruhigem Gewissen sagen, daß eine vom Zaren propagierte, aber selbst nicht eingehaltene, [i]Pressefreiheit[/i] gerade jedes staatliche Gefüge unterminieren und schließlich zerstören würde. Daher arbeitet natürlich etwa die deutsche Presse mit staatlichen Stellen zusammen, um gerade niveauvolle, relevante und gesellschaftskonforme Artikel zu verfassen. Dies bedeutet gerade nicht, daß jeder Ansatz von Kritik oder Freigeist aus der Presse verbannt wird, nur soll gerade staatszersetzendes, ehrverletzendes und kriminelles Gedankengut keine Plattform finden.
Sicher ist nun, daß die russische Boulevardpresse entweder eben gerade nicht [i]frei[/i] ist und bewußt eine Hetze gegen das Deutsche Reich und seine Freunde initiiert, um eigene Probleme zu kaschieren, oder daß man gar keine Kontrolle über die Presse mehr hat und gerade deshalb nun für die negativen Auswirkungen einer freien Presse außenpolitisch bezahlen darf.
Aus der Reichsregierung wurde zu diesem Thema eins deutlich, daß sich das Zarenreich mit einer derartigen Präsentation in der Weltöffentlichkeit nur selbst schadet und andere Nationen beleidigt. [i]"Auf dieser Grundlage kann keine diplomatische Zusammenarbeit stattfinden. Dies ist keine Einmischung in russische Innenpolitik, sondern eine Feststellung der deutschen Außenpolitik. Wie sollen wir mit jemandem Geschäfte und Beziehungen pflegen, wenn in dessen Schriften Beleidigungen, Schmähungen und Unwahrheit über uns verbreitet wird. Russland isoliert sich durch seine [b]freie Presse[/b] nur selbst und steuert auf einen Abgrund zu. Zu dieser Sache ist eigentlich damit genug gesagt, wir haben nun nicht mehr geduldig eine solche Ehrverletzung über uns ergehen lassen und die Konsequenzen gezogen. Da der Zar aber selbst unsere konsequente Antwort auf die russische Hetze, nicht als Hinweis für das grundlegende Problem unserer Beziehungen sieht, sondern als einen Affront gegen seine Person und den russischen Staat versteht, kann man eben nichts machen als getrennte Wege zu gehen."[/i], sagte der Reichskanzler gestern.[/font][/align]