von Hesse » Mi 29.11.2006, 11:34
Dr. Friedrich van Buyten war bereits sehr früh im Büro von Botschafter Lenßen. Geduldig wartete er mehrere Stunden, bis der schlechtgelaunte Lenßen endlich eintraf. Dieser war mürrisch, vor allem da ihn pochende Kopfschmerzen vom teilweise billigen Alkohol, welchen er unter anderem in den späten Abendstunden der Feier zu sich genommen hatte, plagte. Optisch schien er um Jahre gealtert zu sein, was wohl er an seinem zersausten Bart gelegen hat.
Er brummte van Buyten an: "Es tut mir Leid, mein lieber van Buyten. Aber gestern war ein harter Tag für mich. Sie müssen leider ohne mich zum kanadischen Außenminister gehen, es sei denn, sie warten noch einen Tag."
Van Buyten rollte die Augen. Er war gestern eilig vom feuchtfröhlichen Fest gegangen, er war einfach für solche Aktivitäten nicht geschaffen. Zahlenkolonnen, Wirtschaftsberichte, strategische Standortbestimmung, Bilanzen, Effektivitätsraten, ja das war seine Welt. Aber feiern? Nein, dafür war ein Van Buyten nicht geschaffen. Aber er wußte auch, daß es ohne diese Dinge nicht ging. "Eine Hand wäscht die andere!", hatter er schon früh im Waschraum seiner Internatsschule gelernt, als er dort seine Matheaufgaben gegen den Schutz des Klassenraudis eintauschte. So fügte er sich seinem Schicksal: "Ich weiß, daß es besser wäre, wenn sie mich persönlich mit dem Außenminister bekanntmachen würden. Daher warten wir bis es Ihnen morgen besser geht. Aber dann eilt es wirklich! Ich habe noch einen dichten Terminkalender."
Lenßen nickte und quälte sich ein Lächeln ab: "Normalerweise ist es auch nicht meine Art, solche Dinge warten zu lassen. Aber es war gestern wirklich ein ungünstiger Zeitpunkt für ihre Ankunft. Ich bitte sie abermals um Verzeihung."
Van Buyten erhob sich, nickte leicht und ging aus dem Büro. Lenßen wußte, daß ihn dieser Abend gestern nicht nur ein Stück seiner Gesundheit, sondern auch des Kredits bei Van Buyten gekostet hatte. Wenn er morgen versagte, dann könnte es für ihn hier im kühlen Ottawa noch sehr heiß werden.
[font=Book Antiqua]Dr. Friedrich van Buyten war bereits sehr früh im Büro von Botschafter Lenßen. Geduldig wartete er mehrere Stunden, bis der schlechtgelaunte Lenßen endlich eintraf. Dieser war mürrisch, vor allem da ihn pochende Kopfschmerzen vom teilweise billigen Alkohol, welchen er unter anderem in den späten Abendstunden der Feier zu sich genommen hatte, plagte. Optisch schien er um Jahre gealtert zu sein, was wohl er an seinem zersausten Bart gelegen hat.
Er brummte van Buyten an: [i]"Es tut mir Leid, mein lieber van Buyten. Aber gestern war ein harter Tag für mich. Sie müssen leider ohne mich zum kanadischen Außenminister gehen, es sei denn, sie warten noch einen Tag."[/i]
Van Buyten rollte die Augen. Er war gestern eilig vom feuchtfröhlichen Fest gegangen, er war einfach für solche Aktivitäten nicht geschaffen. Zahlenkolonnen, Wirtschaftsberichte, strategische Standortbestimmung, Bilanzen, Effektivitätsraten, ja das war seine Welt. Aber feiern? Nein, dafür war ein Van Buyten nicht geschaffen. Aber er wußte auch, daß es ohne diese Dinge nicht ging. [i]"Eine Hand wäscht die andere!"[/i], hatter er schon früh im Waschraum seiner Internatsschule gelernt, als er dort seine Matheaufgaben gegen den Schutz des Klassenraudis eintauschte. So fügte er sich seinem Schicksal: [i]"Ich weiß, daß es besser wäre, wenn sie mich persönlich mit dem Außenminister bekanntmachen würden. Daher warten wir bis es Ihnen morgen besser geht. Aber dann eilt es wirklich! Ich habe noch einen dichten Terminkalender."
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Lenßen nickte und quälte sich ein Lächeln ab: [i]"Normalerweise ist es auch nicht meine Art, solche Dinge warten zu lassen. Aber es war gestern wirklich ein ungünstiger Zeitpunkt für ihre Ankunft. Ich bitte sie abermals um Verzeihung."[/i]
Van Buyten erhob sich, nickte leicht und ging aus dem Büro. Lenßen wußte, daß ihn dieser Abend gestern nicht nur ein Stück seiner Gesundheit, sondern auch des Kredits bei Van Buyten gekostet hatte. Wenn er morgen versagte, dann könnte es für ihn hier im kühlen Ottawa noch sehr heiß werden.[/font]