von Arminus » Do 08.10.2026, 13:06
Montesquieu hat geschrieben:Ich schlafe nicht mit den Milchkühen in einem Schlafzimmer? Du?
Das bezog sich auf Hanks Aussage, dass auch Menschen heutzutage für gewöhnlich nicht mehr zu sechst in einem Raum leben. Und das ist eine regional und sozioökonomisch spezifische Sicht. Global gesehen haben die Menschen deutlich mehr Platz heute und auch weniger Nähe zum Nutztier, lokal hingegen... gut, kann uns in Europa egal sein, wenn sich das Zeugs in indischen Slums oder sonst wo wieder hochkocht (zumindest solange es nicht krass mutiert

)
Montesquieu hat geschrieben:Da die Haltung von Vieh ja auch in Städten im Mittelalter relativ normal war, denke ich schon, dass das doch ein größerer Grund war.
Warum dann allerdings in der frühen Neuzeit nicht mehr? Das frage ich mich dann eher.
Auch in der Frühen Neuzeit gab es die Pest, immer wieder, aber halt nicht als Pandemie, das ist das, was ich oben meinte. Der Aspekte von Immunitäten fehlt völlig im Video (Über wie wichtig der ist, maße ich mir aber auch kein Urteil)
Da du auf die Tierhaltung fokussierst: Räumliche Nähe ist ein Aspekt und der scheint gerade bei der Pest (und den dazugehörigen Flöhen) sehr relevant zu sein. Als Gegenbeispiel kann mich sich die von oben erwähnten Malaria mit Stechmücken angucken. Hier gibt es Varianten, bei der Tierhaltung eine wesentliche Rollen spielen kann, in dem Sinne, als das z.B. Rinder o. Schweine als ungefährdeter Wirt für Zeiträume dienen, in denen die lokale Population Menschen mal wieder resistent* genug war. Um dann in der nächsten Generation Menschen wieder auszukommen... hier war das Viech dann zwar auf der gleichen Karibikinsel, aber nicht im selben Raum. Und, vergiß nicht die Massentierhaltung: Ja, wir haben unseren Schutz vor Krankheiten erheblich dadurch verbessert, dass wir Hoftiere vor die Tür gesetzt haben. Um sie im nächsten Schritt dann zu Abertausenden zusammenzupferchen und ihr Genpool so zu minimieren, dass wir damit ideale Bedingungen für das Entstehen neuer Krankheiten zu schaffen.
* Ich werfe da völlig laienhaft mit Begriffen wie Resistenz und Immunität um mich, ist vermutlich völlig falsch, aber Malaria ist eh so eine komplizierte Sache. Lest einfach alle mal McNeills Mosquito Empires: Ecology and War in the Greater Caribbean, 1620–1914
[quote="Montesquieu"]Ich schlafe nicht mit den Milchkühen in einem Schlafzimmer? Du?[/quote]Das bezog sich auf Hanks Aussage, dass auch Menschen heutzutage für gewöhnlich nicht mehr zu sechst in einem Raum leben. Und das ist eine regional und sozioökonomisch spezifische Sicht. Global gesehen haben die Menschen deutlich mehr Platz heute und auch weniger Nähe zum Nutztier, lokal hingegen... gut, kann uns in Europa egal sein, wenn sich das Zeugs in indischen Slums oder sonst wo wieder hochkocht (zumindest solange es nicht krass mutiert :eek: )
[quote="Montesquieu"]Da die Haltung von Vieh ja auch in Städten im Mittelalter relativ normal war, denke ich schon, dass das doch ein größerer Grund war.
Warum dann allerdings in der frühen Neuzeit nicht mehr? Das frage ich mich dann eher.[/quote]Auch in der Frühen Neuzeit gab es die Pest, immer wieder, aber halt nicht als Pandemie, das ist das, was ich oben meinte. Der Aspekte von Immunitäten fehlt völlig im Video (Über wie wichtig der ist, maße ich mir aber auch kein Urteil)
Da du auf die Tierhaltung fokussierst: Räumliche Nähe ist ein Aspekt und der scheint gerade bei der Pest (und den dazugehörigen Flöhen) sehr relevant zu sein. Als Gegenbeispiel kann mich sich die von oben erwähnten Malaria mit Stechmücken angucken. Hier gibt es Varianten, bei der Tierhaltung eine wesentliche Rollen spielen kann, in dem Sinne, als das z.B. Rinder o. Schweine als ungefährdeter Wirt für Zeiträume dienen, in denen die lokale Population Menschen mal wieder resistent* genug war. Um dann in der nächsten Generation Menschen wieder auszukommen... hier war das Viech dann zwar auf der gleichen Karibikinsel, aber nicht im selben Raum. Und, vergiß nicht die Massentierhaltung: Ja, wir haben unseren Schutz vor Krankheiten erheblich dadurch verbessert, dass wir Hoftiere vor die Tür gesetzt haben. Um sie im nächsten Schritt dann zu Abertausenden zusammenzupferchen und ihr Genpool so zu minimieren, dass wir damit ideale Bedingungen für das Entstehen neuer Krankheiten zu schaffen.
[size=75]* Ich werfe da völlig laienhaft mit Begriffen wie Resistenz und Immunität um mich, ist vermutlich völlig falsch, aber Malaria ist eh so eine komplizierte Sache. Lest einfach alle mal McNeills [i]Mosquito Empires: Ecology and War in the Greater Caribbean, 1620–1914[/i][/size]