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von Greenhorn » Fr 27.03.2026, 13:33

dooya hat geschrieben:Einige werden auch noch ihr Parteibuch dabei haben. :eek:
Hatten NSDAP-Mitglieder überhaupt so was wie ein Parteibuch oder nur einen Mitgliedsausweis?

Haben gestern noch nach unserem Großvater mütterlicherseits gesucht, allerdings ohne Treffer. Der hasste zwar die Juden bis zu seinem letzten Atemzug, aber so sehr scheint er sich dann nicht mit den Nazis eingelassen zu haben.
Unsere beiden Großmütter sind da eh unverdächtig, da völlig apolitisch.

von Kurfürst Moritz » Fr 27.03.2026, 11:51

Wir hatten kurzzeitig an Kol.beamter gedacht. Aber das K ist doch deutlich abweichend.

DIe KI hat uns dann zu Pol.beamter geschickt. Und das entspricht ja dann auch dem, was Greenhorn final schrieb.

von Private_S » Do 26.03.2026, 21:18

"Ital. Beamter" würde wohl auch passen. Aber wir wollen hier keines Regenten Ahnen beleidigen. :D

von Private_S » Do 26.03.2026, 21:15

Greenhorn hat geschrieben:Laut dem Adressbuch Schwerin 1935 war er Polizeiwachtmeister. Die Nazis damals hatten eine Sauklaue. Das Haus an der Adresse haben damals wir und unser Bruder nach der Wende von unserer Großmutter geerbt. Musste aber abgerissen werden.Jetzt lassen wir es fürs erste mal ruhen.
Ich tippe auch auf "Pol[.] Beamter", als Abkürzung für "Polizeibeamter". "..ol Beamter" ist eindeutig erkennbar. Das o in ..ol ist klar von dem a in Beamter unterscheidbar. Der Anfangs-Großbuchstabe in ..ol passt mit seinem ausgepräfgten Anfangsschweif (?) durchaus zum P in der Kurrentschrift (Sütterlin war ja nur eine kurze Daseinszeit beschieden), danach wird in dem Beispiel von Greenhorn aber die Buchstabengestaltung des P etwas phantasievoll, und durch die Ausbildung der Unterlänge zu einer Schlaufe einem Z, J oder auch H ähnlich, während der ausgeprägte Anfangsschweif ganz ähnlich auch bei einem T zu finden ist. Ist halt invidiuell geprägt. Aber Zol/Jol/Hol/Tol/Yol/TTol macht alles keinen Sinn. Für ein H oder J zuviel Tüddellüt drumherum, für T passt die Unterlänge nicht ein, einem Z fehlt hier der für das alte Z typische "Kringel" in der mittleren Höhe.Und zum Adressbucheintrag passt es ja perfekt.Siehe:
5219_15_b.jpg
Quelle: https://www.adfontes.uzh.ch/ressourcen/ ... ralphabeteBegrifflichkeiten: https://de.wikipedia.org/wiki/Anatomie_der_Buchstaben

von Greenhorn » Do 26.03.2026, 17:50

Laut dem Adressbuch Schwerin 1935 war er Polizeiwachtmeister. Die Nazis damals hatten eine Sauklaue.
Das Haus an der Adresse haben damals wir und unser Bruder nach der Wende von unserer Großmutter geerbt. Musste aber abgerissen werden.

Jetzt lassen wir es fürs erste mal ruhen.

von sato » Do 26.03.2026, 15:01

Wenn du nicht „beamter“ dazu gesagt hättest, hätte ich den Wortanfang („Zoll…̶) wahrscheinlich erkannt, aber das Ende hätte ich deutlich unsicherer gelesen.

Warum:
Alte Handschrift ist stark variabel
Buchstaben wie „b“, „m“, „n“, „r“ in Kurrent/Sütterlin verschmelzen oft zu einem unklaren Strich.
Ohne den Hinweis „beamter“ könnte das Ende wie „bemater“, „bemetter“ oder sogar „bemaller“ wirken.
Mentale Erwartung
Unser Gehirn gleicht Formen ab an Bekanntes aus der Zeit / Kontext.
„…beamter“ ist eine extrem häufige Berufs-Endung in Weimarer- oder Reichszeit-Dokumenten.
Endung „…beamter“ ist ein fixer Schlüssel
Mit dem Hinweis habe ich sofort die Buchstabenkombination im Kontext der deutschen Beamtenlaufbahnen erkannt.
Ohne ihn wäre die Lesung nur eine wahrscheinliche Vermutung, vielleicht „Zollbemater“ oder „Zollbemeller“.
Fazit

✅ Ohne „beamter“: Ich hätte vermutlich Zoll… erkannt, aber das Ende wäre unsicher geblieben.
✅ Mit „beamter“: Sofort klar „Zollbeamter“.

Das ist ein klassisches Beispiel, wie historische Handschrift stark vom Kontext lebt – und warum alte Dokumente oft schwer ohne Zusatzinformationen zu lesen sind.

von sato » Do 26.03.2026, 14:57

Bild

sieht für mich aus wie das J aber KI sagt J und Z sind damals handschriftlich fast gleich.

Dann wäre es Zollbeamter

von McMacki » Do 26.03.2026, 14:08

Also ein Y und ein P sehen wir hier nicht wirklich, für uns ist der erste Buchstabe sehr wahrscheinlich ein H. Die Schwingung nach unten ist für uns der hintere Teil des großen Hs, danach an a und beim letzten sind wir unsicher. Ein s oder t wäre möglich, aber nichts davon machen für uns sinn. Ein Handelsbeamter wenn das Hal als Abkürzung stehen könnte? Ist schon einfacher, wenn die mit Machine schreiben :)

von dooya » Do 26.03.2026, 13:49

Frisiercreme hat geschrieben:Wie alt war er 1932 und was hat er nach 45 beruflich gemacht? Weiterhin beamtet?
Denn ein P ist der erste Buchstabe nicht, eher ein Y (jaja).[...]
YOLO-Beamter oder YOYO-Maschinist!

von Silkow » Do 26.03.2026, 13:23

Also, nach "Uboot-Hamster" halten Wir "Zollbeamter" ebenfalls für am zweit-realistischsten.

@greenhorn: sorry for Silliness beim eigentlich ernsten Thema.

von Frisiercreme » Do 26.03.2026, 13:02

Wie alt war er 1932 und was hat er nach 45 beruflich gemacht? Weiterhin beamtet?
Denn ein P ist der erste Buchstabe nicht, eher ein Y (jaja). Für den Zollbeamten fehlt ein l und überhaupt gibt es keinen Grund, mitten im Wort eine Lücke zu lassen und dann mit kleinem b weiterzuschreiben.

von deltadagger » Do 26.03.2026, 12:47

Falls das Süterlin sein sollte, sieht der erste Buchstabe dem großen U am ähnlichsten.
Ergibt dann aber mit den von mir als o und l wahrgenommenen Buchstaben überhaupt keinen Sinn. :D

Edit:
Ich habs!
Das ist waaaalisch
UUUUUooooooollllllll

von dooya » Do 26.03.2026, 12:43

Witold Pilecki hat geschrieben:@Greenhorn: Mit der Krakelschrift könntet ihr es mal im Altenheim versuchen. Einfach die Schwestern ansprechen und euer Vorhaben schildern. Die alten Leutchen freuen sich, wenn mal etwas los ist.
Einige werden auch noch ihr Parteibuch dabei haben. :eek:

@Greenhorn:
Das Schriftentziffern ist übrigens auch mal wieder ein schönes Experiment für LLMs. Habe das Bild in drei verschiedene ChatGPT Sessions getan und um Entzifferung gebeten und 3 komplett unterschiedliche Antworten bekommen, die jeweils aufs bitterste gegen meine kritischen Nachfragen verteidigt wurden. Einmal kam "Ing. Kramer" raus, einmal "Maschinist" und das dritte habe ich vergessen. Nachdem ich das Modell mühsam davon überzeugt habe, dass der zweite Wortteil "beamter" sein könnte, war "Paul beamter" der wahrscheinlichste Beruf. Nun wisst Ihr es!

von Witold Pilecki » Do 26.03.2026, 12:33

@Greenhorn: Mit der Krakelschrift könntet ihr es mal im Altenheim versuchen. Einfach die Schwestern ansprechen und euer Vorhaben schildern. Die alten Leutchen freuen sich, wenn mal etwas los ist.

von Greenhorn » Do 26.03.2026, 10:40

Alter! Uns hat er immer erzählt, er wäre Fallschirmspringer - also absolute Elite! - und bei Kriegsende mit im Kessel von Brest.
Nix davon! War "nur" Hauptmann im Wehrkreiskommando Halle/Saale.

Nicht, dass wir jetzt entäuscht wären :D

von Greenhorn » Do 26.03.2026, 10:32

Anscheinend entweder Pol(izei)beamter oder Zol(l)beamter. Hängt davon ab, was der erste Buchstabe wirklich ist.

von Frisiercreme » Do 26.03.2026, 08:37

@Greenhorn: Das zweite Wort sieht sehr nach Beamter aus.

von [B@W] Abominus » Do 26.03.2026, 02:31

Ich habe mittlerweile die Unterlagen von meinem Großvater von meinen Eltern erhalten. Die Suche ist ja auch nicht einfach. Er wurde 1932 geboren, ich weiß von ihm, dass er in der HJ war. Sein Vater hieß Franz (Josef) Staudinger, den finde ich allerdings nicht in den Unterlagen. Nur einen Wilhelm Staudinger aus Gelsenkirchen (da hatten wir auch Verwandtschaft). Ob es da eine Verbindung gibt, muss ich mal bei der Stadt Essen erfragen.

von Greenhorn » Do 26.03.2026, 01:22

Wir haben jetzt auch unseren Großvater väterlicherseits gefunden. War schon seit Oktober 1932 Mitglied. Aber dass der ein 120%iger Nazi gewesen ist, wussten wir schon vorher. Dass er mit seinen entsprechenden Erziehungsmethoden seinen einzigen Sohn geprägt und letztendlich zu Grunde gerichtet hat, haben wir ihm erst recht nie verziehen ...
Wir können allerdings seinen Beruf nicht lesen. Er soll "Kaufmann" gewesen sein. Vielleicht können die Regenten da helfen:

Bild

von Djambo » Mi 25.03.2026, 09:06

Ich habe nur meine beiden Großväter gefunden, war sogar einfach weil beide jeweils einzigartig mit ihren Nachnamen sind.

Mutters Seite schon am 01.05.1933, was mich nicht wirklich verwundert hat. Er ist zwar 10 Jahre vor meiner Geburt gestorben, aber zumindest wusste ich, daß er als Feldarzt in Frankreich war.
Vaters Seite Ende 1937. Er hatte zumindest das Glück, daß er erst im April 1945 zum Volkssturm in Düsseldorf ran gezogen wurde.

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