Die Waffen nieder! Wir folgen nur Kaiser Fanz Josephs letzten Worten
Es tut Uns sehr leid, denn Amman hat ja auch viel Zeit in Spiel und AAR gesteckt. Deshalb werden Wir das Match und das Szenario sehr ausführlich kommentieren - nachdem Wir Unserem alten Kontrahenten ausreichend gedankt und zum verdienten Sieg gratuliert haben!
Also Danke und herzliche Gratulation, diese Runde ging an Euch!
Zum Resümee.
Es ist das erste Mal, dass Wir das Szenario länger als 17 Runden gespielt haben. In Runde 17 endet der Schockbonus der Mittelmächte, Wir waren gespannt, ob man dann gegenhalten kann. Man kann nicht. Also, zumindest Wir nicht
Die Lage im Westen war wie erwartet. 2 oder 3 Runden echte Krise, aber insgesamt halten die Franzosen. Mit dem BEF haben Wir dann geschwächte Deutsche angegriffen und auch 2 oder 3 angeschlagene Divisionen vernichten können. Die Franzosen waren intakt, man konnte ihnen dann die Verteidigung von Frankreich anvertrauen

Das hat das BEF frei gemacht.
Im Osten wissen Wir ja, wie extrem schwach die Russen modelliert sind. Sie sind zahlenmäßig weit unterlegen. Nicht an Männern, aber an Einheiten. Die "Dampfwalze" wird durch viele Soldaten IN den Einheiten simuliert, was den Russe nichts bringt: Ein Counter mit 10.000 Mann und Kampfkraft 1 ist einem Counter mit 1000 Mann und Kampfrakt 10 halt trotzdem 1:10 unterlegen. Die Russen haben auch sehr schlechte Prof-Werte und großteils Musketen. Sind den Deutschen also extrem unterlegen. Dazu kommt noch ein Problem: Die Deutschen haben extrem viele Kleincounter (MG-Kompanien etc.) D.h. die Deutschen haben trotz Engagement im Westen mehr Counter im Osten als der Russe und können daher die Front ausdehnen. Wir haben das während der Partie durch Hausregel mit dem wie immer fairen und freundlichen Gegner Amman eingedämmt, dennoch ist das ein massiver Vorteil der Deutschen.
Dazu kommen dann noch die Österreicher.
Dass Wir so lange überlebt haben, war nur dank der völligen Defensive in 1914. Denn: 17 Runden haben die Mittelmächte massiven Schockbonus. Jeder andere Spieler, gegen den ich angetreten bin, ist mit den Russen offensiv geworden. Das überlebt der Russe nicht - er hat keine Chance mit diesem Malus (ebenso die Franzosen, die sich ebenfalls total defensiv verhalten müssen. Das Abtauschverhältnis ist absurd, wenn man mit Franzen oder Russen in den ersten 17 Runden offensiv wird).
Amman hat getan, was die Deutschen 1914 überlegt, aber gelassen haben: Den Westen in Ruhe gelassen und alles nach Osten geworfen. Die richtige und entscheidende Strategie. Um überhaupt eine durchgehende Front gegen Ösis und Deutsche zu schaffen, musste der Russe bereits den Großteil seiner Divisonen aufspalten. So enorm ist die zahlenmäßige Unterlegenheit. Was die kampfschwachen Einheiten weiter schwächt. Aber ansonsten wird der Russe einfach umgangen. Und ab dann ist es einfach ein Massaker. Einzige Chance sind Supplyprobleme, aber die haben beide Seiten. Es ist Uns immer wieder gelungen, Deutsche und Österreichische Divisionen zu vernichten, aber natürlich mit schlechtem Verlustverhältnis und in keinem Vergleich zur Vernichtung russischer Einheiten.
Es hat sich herausgestellt, dass die Russen daran scheitern, nicht eingegrabene KUK Kavallerie zu werfen, die bereits seit Wochen tiefrot ohne Supply irgendwo rumsteht. Und selbst gegen weit unterlegene, nicht eingegrabene Ösi-Einheiten bei einem normalen Angriff schnell mal 1000 Squads verlieren. Zur Info: Die Russen bekommen glaub ich 3000 Squads pro Runde. D.h. die Russen waren eigentlich schon am Ende der Schockbonus-Zeit ausgeblutet, haben aber noch ein paar frische Einheiten bekommen. Jetzt stehen keine größeren Verstärkungen mehr am Programm, d.h. die können sich echt nur noch abschlachten lassen.
Die Entlastung im Westen ist leider nicht möglich. Zum einen bekommen die Franzosen 960 Squads pro Runde - also fast nichts. Die ausgebluteten Einheiten der deutschen Anfangsoffensive konnten ihre Verluste noch nicht mal ersetzen, wiederaufgestellte Einheiten sowieso nicht. Wir haben eine kleine Offensive probiert, mit 7 frz. Divisionen und 4 Artillerieeinheiten - und sind an einem deutschen Regiment (!) gescheitert. 2 Runden lang, bis eine Division gekommen ist, da war dann eh nichts mehr zu machen, außer den leeren Pool der Franzosen weiter zu leeren.
Die einzigen, die auch austeilen können, sind die Briten. In Unserer Verzweiflung haben Wir dann die besten Franzosen und das BEF auf den Balkan geschickt, da a.) die Ösis schwächer sind als die Deutschen und b.) eine Bedrohung des Österreichischen Kernlands mehr Truppen aus dem Osten abziehen würde als 1 oder 2 Hexfelder in Belgien. Die Österreicher waren nicht zu werfen, insbesondere weil der Supply Unserer Einheiten 1 Punkt war. von 100 möglichen

Da ging also auch nichts.
Die Briten haben zwar viele neue Divisionen aufgestellt, aber die sind ohne Soldaten

Bei 1000 Rifle Squads pro Runde dauert es wohl bis Mitte 1916, bis die einsatzfähig sind (da auch russische Einheiten teilweise normale Rifle Squad-Kontingente haben, die ihnen wegen der Prof-Werte nichts nützen, aber das Auffüllen der briten verhindert).
Klar, man kann weiterspielen. Aber man kann als Entente nicht angreifen, ohne sich selbst als fliegendes Suizidkommando zu betätigen. Wir haben gehofft, dass dies nach Ende des Schockbonus besser wird, sehen Uns da aber enttäuscht. Die Westfront ist wohl statisch bis 1918, wobei sich das vielleicht irgendwann ändert mit mehr und besserer Artillerie. Aber ein 1. WK, wo der Westen ruhiger ist als ein Skiort im Sommer ist nicht grade stimmungsvoll. Aus Unserer Sicht sind die Deutschen absolut ok modelliert, Franzosen und Briten (wenngleich für Offensiven mehr Ersatz notwendig wäre) auch, die Russen aber ganz massiv zu schwach und die Österreicher etwas zu stark. Wobei die vielleicht eh ok sind, aber die Russen halt massiv zu schwach oder viel zu wenig. Deren Masse kommt im Szenario einfach nicht zum Tragen.
Kleinigkeiten wie z.B. die massive deutsche Überlegenheit in den Kolonien sind eher zum Schmunzeln. Die Deutschen haben in Südafrika mehr Truppen als Briten und Franzosen gemeinsam in der Region
Achja, dass Kovno für die Russen wichtig ist, wussten Wir nicht. Wir waren ziemlich erstaunt, in den News zu lesen, dass der Zar den Verlust der Stadt persönlich genommen hat
Wir glauben, dass es nicht sinnvoll zu kontern ist, wenn jemand so wie der werte Amman hier so konsequent und ohne Rücksicht auf Verluste im Osten anstürmt. Durch den Mangel an Truppen kann der Russe nie eine Front halten, da er umgangen werden kann - selbst wenn er mit unterlegenen Kräften einem direkten Angriff standhalten würde.
Daher: Weiße Fahne und Verbeugung vor Amman, dem verdienten Sieger dieser Partie!
