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von dooya » Di 02.08.2022, 18:39
dooya hat geschrieben:Nein! Ich habe geschrieben: "bei konstantem Arbeitskosten insgesamt". Das ist nicht die von Euch geschilderte Ausgangssituation. Ihr sagt, der Gesetzgeber verpflichtet den AG mehr zu zahlen, nämlich durch die Einführung des zusätzlichen Rentenbeitrags. Da dieser Zusatzbeitrag laut Eurem Vorschlag von der Höhe des Stundenlohns abhängen soll, kann der AG bei konstanten Brutto-Arbeitskosten den Studenlohn maximieren und den Zusatzbeitrag minimieren.
von Kardinalinfant » Di 02.08.2022, 15:30
von Elvis » Di 02.08.2022, 14:43
Kardinalinfant hat geschrieben: Der Arbeitgeber findet immer Wege. Im Zweifel werden künftig statt 10 Putzfrauen noch 9 beschäftigt und müssen das gleiche putzen wie zuvor die 10, kennen Wir in Unserem Job ja auch.
von Kardinalinfant » Di 02.08.2022, 13:57
Montesquieu hat geschrieben:Auch, wenn es natürlich schwer zu finanzieren wäre: Das Bürgergeld würde hier einfach das Gerechtigkeitsproblem lösen.
Elvis hat geschrieben:Lohnnebenkosten sind dem Arbeitgeber vollkommen egal. Für ihn gibt es nur die Arbeitskosten insgesamt. Die Zusammensetzung interessiert ihn nicht. Und die Arbeitskosten jedes anderen Arbeitnehmers wären immer höher. Er wird auch kaum deswegen ins Ausland ausweichen. Dazu muss man sich nur die Berufsgruppen der Geringverdiener ansehen. Weder der Paketbote, der Kellner, die Putzfrau, die Friseurin, die Verkäuferin, den Lagerarbeiter und auch nicht den Handwerker kann man auslagern. Und je näher man den 21,16€ kommt desto mehr verschwindet der Effekt ohnehin. Also auf wen sollte der AG ausweichen? Die Kosten landen beim Kunden, weil alle seine Konkurrenten dasselbe Problem haben, kann er es dort leicht überwälzen.
von dooya » Di 02.08.2022, 13:41
Elvis hat geschrieben:Warum sollte er? Model 2 wäre doch jedem Beispiel deutlich teurer für den AG.
Elvis hat geschrieben: Wenn mehr Gehalt so deutlich attraktiver wäre und er sich einen Mehrwert davon verspricht, würde er ja ganz losgelöst von dieser Debatte mehr zahlen.
von Elvis » Di 02.08.2022, 13:36
von dooya » Di 02.08.2022, 13:32
Elvis hat geschrieben:[...] Die Entscheidung für ein generell höheres Bruttogehalt steigert in meinem Beispiel immer die Arbeitskosten insgesamt. Das würde nur anteilig durch sinkende Rentenversicherungsbeiträge des AG kompensiert. [...]
Elvis hat geschrieben:Lohnnebenkosten sind dem Arbeitgeber vollkommen egal. Für ihn gibt es nur die Arbeitskosten insgesamt. Die Zusammensetzung interessiert ihn nicht. Und die Arbeitskosten jedes anderen Arbeitnehmers wären immer höher.[...]
von Elvis » Di 02.08.2022, 13:31
Kardinalinfant hat geschrieben:Die Nebenkosten eines solchen Arbeitnehmers sind einfach höher, als die eines anderen Arbeitnehmers, dass wird sich in der ein oder anderen Form auswirken.
von Montesquieu » Di 02.08.2022, 13:27
von Kardinalinfant » Di 02.08.2022, 13:25
Elvis hat geschrieben:Noch nie haben steigende Lohnenebenkosten zu sinkenden Löhnen geführt. So funktioniert der Arbeitsmarkt auch nicht.
von Elvis » Di 02.08.2022, 13:17
Kardinalinfant hat geschrieben: Und ja, Stichwort Arbeitskosten. Es ist doch in Eurem Modell absehbar, dass der Arbeitgeber das, was er für Alterssicherung für seine gering verdienenden Arbeitnehmer mehr aufwenden muss, von den ausbezahlten Löhnen einbehält. Da schiebt ihm der Mindestlohn nur in geringem Umfang einen Riegel vor. Dann wird da bald drauf das nächste "Gerechtigkeitsfass" aufgemacht, weil die Löhne wieder weiter auseinanderklaffen...
von Kardinalinfant » Di 02.08.2022, 13:13
Elvis hat geschrieben:Genau deswegen finde ich ja mein Model besser, als die Grundrente. Weil der Arbeitgeberseitige Rentenzuschlag unmittelbar mit Arbeitsleistung verknüpft ist. Es kommt nicht mehr vor, dass jemand der mehr Jahre gearbeitet hat, dasselbe bekommt, wie jemand der weniger Jahre gearbeitet hat. Man muss nur in einer gewissen Einkommensbandbreite damit leben (in meinem Beispiel bei Stundenlöhnen zwischen 12€ bis 21,16€ , dass jemand der in derselben Arbeitszeit weniger verdient, denselben Rentenanspruch erwirbt. Aber das ist kein Steuergeschenk, sondern Bestandteil der Arbeitskosten. Quasi eine zweckgebundene Mindestlohnerhöhung zugunsten der Rentenversicherung.
von Elvis » Di 02.08.2022, 13:01
Kardinalinfant hat geschrieben: Und das wundert Uns. Wenn Ihr weiter oben sagt, es gibt ein Gerechtigkeitsproblem dahingehend, dass Arbeit einen Grundwert hat, der ein Alterseinkommen über Grundsicherung ermöglichen sollte, sagt Ihr ja nichts anderes, als Arbeit sollte für das Alter überhaupt etwas wert sein. Für denjenigen, der nun trotz Mehrarbeit dasselbe ausbezahlt bekommt, wie derjenige, der seine Rente um eine Grundrente erhöht bekommt, trifft das aber ganz offensichtlich nicht zu. Seine Mehrarbeit gegenüber dem Grundrentenbegünstigten war offensichtlich nichts wert.
von Kardinalinfant » Di 02.08.2022, 12:49
Elvis hat geschrieben:Die gesellschaftliche Debatte ist also bereits durch. Und es war weitgehend Konsens, dass es ein Leben voller Arbeit, unabhängig vom Einkommen, ein bestimmtes Niveau sichern sollte. Da gab es keine ernsthafte Neiddebatte, soweit ich mich erinnere. Das ist aber auch nicht verwunderlich. Wir gestehen ja auch jedem Menschen der überhaupt nicht arbeitet ein bestimmtes Existenzminimum zu. Die Debatte ging also nur darum, das jemand der jahrzehnte lang arbeitet, ein höheres Niveau verdient, als jemand der nicht oder wenig gearbeitet hat.
Elvis hat geschrieben: (...) Aber dem Grundgedanken, dass jede Arbeit einen Grundwert hat, die ein Alterseinkommen oberhalb der Grundsicherung ermöglichen sollte, stimme ich absolut zu.
Elvis hat geschrieben:Und ich sehe auch kein Gerechtigkeitsproblem darin, das in einem gewissem Rahmen, das Rentenergebnis trotz unterschiedlicher Einkommen dadurch dasselbe sein kann.
von Elvis » Di 02.08.2022, 09:58
[B@W] Abominus;1287125 hat geschrieben: Abominus;1287125"]Ja, kann ich Dir zustimmen, Elvis, aber warum soll ich mit meinen 21,16 EUR die Stunde genauso "wenig" wie der ungebildete Mindestlöhner erhalten? Ich bin da ganz bei Dir, die Idee ist gut, aber das führt zu einer Neiddebatte, die man dann aushalten müsste. Am Anfangs wird's schwierig.
dooya hat geschrieben:Ich verstehe was Ihr meintet, war aber davon ausgegangen, dass ein Arbeitgeber nach diesem Modell vor der Wahl stünde, seine Brutto-Lohnkosten entweder so wie von Euch beschrieben auszugeben, oder eben den Lohn des Arbeitnehmers so weit zu erhöhen (der zusätzliche AG-Beitrag würde dann nach eurem Modell sinken), bis er die gleichen Brutto-Lohnkosten erreicht.
Kardinalinfant hat geschrieben:Ihr findet die Grundrente wirklich im Ansatz gut?
von Elvis » Mo 01.08.2022, 22:34
Bigfish hat geschrieben:Dann wurde schlecht verhandelt. In Unserem Vertrag steht explizit die Zusatzvereinbarung nicht auf einen anderen Beruf/Tätigkeit/etc. verwiesen werden zu können.
von dooya » Mo 01.08.2022, 21:04
Elvis hat geschrieben:Ne, ich meine das ein bisschen anders. Ich rechne mal mit Zahlen von 2021. https://www.t-online.de/finanzen/news/u ... ienen.html Um der typische Standardeckrentner zu werden, muss man 45 Jahre lang mindestens 21,16€ verdienen um am Ende 1538€ Rente zu erhalten. Bei aktuellem Beitragssatz wären das 18,6% von 21,16€=3,94€ pro Stunde, je zur Hälfte gettragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Mein Vorschlag wäre es jetzt jedem Arbeitnehmer diese Standardeckrente zu ermöglichen, wenn er 45 Jahre arbeitet. Erst bei Gehältern oberhalb dieser 21,16€ gibt es entsprechend höhere Renten. Je weniger ein Arbeitgeber darunter verdient, desto höher ist der Arbeitgeberbeitrag. Beispiel 12€ Stundenlohn: Aktueller Rentenbeitrag (18,6%) pro Stunde: 1,12€ Arbeitnehmer und 1,12€ Arbeitgeber = 2,24€ Szenario mit Rentenausgleich pro Stunde: 1,12 Arbeitnehmer und 2,82€ Arbeitgeber = 3,94€ Ja, der Rentenbeitrag steigt damit auf immense 33% für Geringverdiener zu Lasten des Arbeitgebers aber letztlich steigen seine Arbeitskosten Brutto um lediglich 1,70€ pro Stunde und wir können uns dieses ganze Grundrentendebakel sparen und man hätte einen weiteren Anreiz auch schlechter bezahlte Arbeit anzunehmen, weil es sich in der Rente wirklich bezahlt macht. Die Gesellschaft müsste als als fair empfinden, das jemand der 12€ verdient eben dieselbe Rene verdient hat, wie jemand der 21€ die Stunde verdient. Je weiter der Stundenlohn steigt, desto mehr schmilzt der Zuschlag bis auf 0 ab.
von Kardinalinfant » Mo 01.08.2022, 20:20
Elvis hat geschrieben:Die bereits existierende Grundrente ist vom Prinzip her ja die richtige Idee. Aber es hat den faden Beigeschmack, dass niedrige Einkommen am Ende wieder vom Staat subventioniert werden müssen.
von Bigfish » Mo 01.08.2022, 19:49
Die Erwerbsunfähigkeitsrente ist für viele kaum eine Hilfe, weil diese voraussetzt, dass man in gar keinem Beruf, nicht mal mehr für wenige Stunden arbeiten kann.
Das derzeitige System funktioniert immer weniger. Bleibt man beim bisherigen Modell, gehen nur drei Wege:
von [B@W] Abominus » Mo 01.08.2022, 19:48
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