Pomp and Circumstance - Großbritannien AAR (1736 - 1953)

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von Private_S » Mi 11.05.2016, 21:02

Dann kann die Party ja steigen ...

von Wilhelm Klink » Mi 11.05.2016, 19:58

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von Wilhelm Klink » Mi 11.05.2016, 19:53

Alternatives Ende II: Epilog - Der Lebensabend des Lord Clinck



Mit einem pompösen Staatsakt verabschiedete sich William Clinck, 1st Earl Clinck of Ayeslbury am 21. März 1953 in den Ruhestand. Die militärischen Ehren wurden ihm vor allen Dingen von der Royal Navy, vertreten u.a. durch die HMS Prince Albert, entgegen gebracht. Die Navy war sein Steckenpferd, er selbst fuhr in jungen Jahren als Lieutenant und später als Captain im Dienste seiner Majestät zur See. Zum Schluss hatte er den Rang eines Vice Admirals inne.

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Nach seinem Rücktritt zog er sich stark aus dem öffentlichen Leben zurück und konzentrierte sich auf das kostbarste, was er besaß und das er lange Zeit vernachlässigt hatte: seine Familie.





Hier und da gab er ausgewählten Journalisten Interviews oder war Gast in einigen der neu aufgekommenen Talkshows im Fernsehen.

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So langsam merkte man dem Mann der ewigen Jugend jedoch das Alter an. Die Haare wurden grauer, die Augen schlechter. Noch 15 Jahre zuvor las er zusammen mit seinem Hund Alastair mühelos den täglichen Lagebericht. Mittlerweile brauchen beide dafür die entsprechende Unterstützung.

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Im Jahre 1963, also 10 Jahre nach Amtsantritt, kehrte auch Nigel Clutterbuck der 10 Downing Street den Rücken und setzte sich zur Ruhe. Er hatte das Empire mit behutsamer Hand in die Zukunft geführt und einigen weiteren Kolonien die Unabhängigkeit gestattet. Dabei hat er es geschafft, dies ohne blutige Kolonialkriege zu tun und die neu entstandenen Länder ferner im Commonwealth an das Vereinigte Königreich zu binden. Auf seine alten Tage hat er sich zum Ziel gesetzt, eine Weltreise durch das Empire und den Commonwealth zu machen.

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1966 feierte Lord Clinck seinen 275. Geburtstag noch einmal in größerer Runde. Dies markierte allerdings seinen endgültigen Rückzug ins Privatleben.

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Man sah ihn kaum noch in Frack und Smoking, dafür in der Strickjacke im Kreise seiner Familie und Freunde. Keine Gelegenheit ließ er aus, um Zeit mit denen zu verbringen, die ihm nahe standen.

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Am 14. Oktober 1969 starb Lord Clinck im Alter von 278 Jahren auf seinem Chateau in Nizza. Auch wenn dies angesichts seines Alters nicht überraschend kam, ist die Trauer doch groß. Nicht nur seine Familie und seine Freunde trauern um ihn. Für das ganze Land mit allen Landesteilen, auch in Übersee, wurde eine dreitägige Staatstrauer angeordnet. Heute nun, am 30. Oktober 1969, findet für ihn ein Staatsakt in London statt. Zehntausende, wenn nicht sogar Hunderttausende sind angereist, teils aus entlegenen Winkeln des Empires, um denjenigen zu Grabe zu tragen, der Großbritannien über Jahrhunderte geführt, geformt und geschützt hat. Das Vereinigte Königreich mit all seinen Kolonien verneigt sich vor seinem heimlichen Vater.

von Private_S » Mo 02.05.2016, 20:06

Hat was. Hübsche Untergangsbilder, und die Torte ist natürlich die Krönung. Die Nuklearschmelze scheint auf dem Kopf der Lady schon einzusetzen.

von Wilhelm Klink » Mo 02.05.2016, 19:54

Alternatives Ende I: Kapitel 289 - Operation Grand Slam



17. August 1952 21:50 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord der HMS Kent:

Bond: "Guten Abend, Moneypenny!"
Moneypenny: "Gute Nacht triffts wohl eher."
Bond: "Der Geheimdienst Ihrer Majestät schläft nie, Penny."
Moneypenny: "Ich kann dir sagen, mit wem ich gern....Naja. Du gehst besser gleich rein. Er ist schon ganz ungeduldig."
Bond: "Nun, dann müssen wir unser Tête-à-Tête wohl verschieben."
Moneypenny: "Hach...."

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M: "Nehmen Sie Platz, 007."
Bond: "Dankesehr."
M: "Hatten Sie eine gute Anreise aus Moskau?"
Bond: "Den Umständen entsprechend, Sir."
M: "Ich habe eine große Sache für Sie, 007. Deswegen bin ich auch persönlich gekommen."
Bond: "In der Ostsee, Sir?"
M: "Die sowjetische Führung, allen voran Josef Stalin, ist offenbar nicht mehr zu rationalen Entscheidungen fähig. Erst bombardieren sie Berlin, dann die Royal Navy. Wer weiß, was als nächstes kommt. Vielleicht sogar London. "
Bond: "Wie lautet mein Auftrag, Sir?"
M: "Wir müssen dringend wissen, wo die sowjetischen Raketenbasen sind, damit wir sie gezielt ausschalten und Stalin damit Schachmatt setzen können."
Bond: "Also geht es nach Russland."
M: "Fast. Estland. Doch Sie haben nicht viel Zeit. Im Rahmen der Operation Grand Slam, unseren Vergeltungsschlägen nach Stalins letztem Atomangriff, werden insgesamt sechs sowjetische Städte, darunter Solnetschnogorsk, angegriffen. Es ist davon auszugehen, dass Stalin danach zurückschlagen wird."
Bond: "Verstanden, Sir."
M: "Sie werden nach Tallin gebracht. In der Agentenwohnung finden Sie Ihre Ausrüstung und die letzten Details. In der Nähe der Stadt befindet sich irgendwo das geheime Hauptqartier der russischen Landstreitkräfte. Infiltrieren Sie es und finden Sie die Standorte der sowjetischen Raketen heraus."
Bond: "Wie komme ich nach Tallin?"
M: "Per U-Boot."
Bond: "Wir haben hier keine U-Boote im Einsatz. Nur die Deut...."
M: "Ganz richtig, die Deutschen. Sie werden mit der Kriegsmarine zusammen arbeiten. In einer halben Stunde treffen wir mit U-96 zusammen. Sie werden an Bord gehen und vor der Küste durch ein Torpedorohr aussteigen."
Bond: "Klingt aufregend."
M: "Wird es sicher auch. Das wärs für heute."
Bond: "Das reicht ja auch."

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M: "Augenblick noch. In wenigen Stunden wird die Operation Grand Slam anlaufen. Die ersten Einschläge sind für morgen Mittag zu erwarten. Anschließend werden die Sowjets wohl nicht viel mehr als 24 Stunden für eine mögliche Vergeltung brauchen. Ihre Mission soll dazu führen, dass sie sich das nochmal überlegen."
Bond: "Ja, Sir."
M: "Sie haben also nicht viel Zeit."
Bond: "Wie immer, Sir."

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17. August 1952 22:10 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord von U-96:

Kaleu: "Die Langeweile ist vorüber, Männer. Wir müssten in Kürze auf die HMS Kent treffen."
Lt. Werner: "Eine Übung?"
Kaleu: "Der britische Geheimdienst braucht unsere Hilfe."
II WO: "Der Geheimdienst? Verwechseln die Tommys da nicht etwas die Fronten? Wozu wollen die denn unter Wasser spionieren?
I WO: "Wir werden den verbündeten Agenten selbstverständlich nur transportieren sollen."
Kaleu: "Das ganze passiert noch heute morgen. Wir werden uns mit dem Schweren Kreuzer HMS Kent treffen und den Spion übernehmen. Anschließend Kurs auf Tallin. LI, wieviel Druck wirkt auf den Kerl, wenn wir ihn aus einem der vorderen Rohre schießen?"
LI: "Das muss er abkönnen."
Kaleu: "Gut. Das ganz läuft hier, genau hier. Wenig Strömung, vergleichsweise flach. Aber wir können nachher wieder gut abhauen."

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Btsm. Lamprecht: "Herr Kaleu, Schiff in Sicht. Britische Flagge, Schwerer Kreuzer. Es muss die HMS Kent sein."
Kaleu: "Danke, Bootsmann. LI, halten Sie das Boot ruhig. Wir wollen unsere britischen Freunde doch nicht etwa rammen."

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Zu behaupten, es käme überraschend, dass Stalin nicht auf unsere Waffenstillstandsforderungen eingeht, zeugt von politischer Naivität. Doch seine Reaktion, weiterhin nuklear gegen uns vorzugehen, zeugt wiederum von Stalins zunehmender Unberechenbarkeit. Wenn sich bei einem Staatsführer die Vernunft verabschiedet und stattdessen Emotion oder Verrücktheit einkehrt, ist das für alle Kriegsteilnehmer eine potenziell heikle Situation. Stalin hat auf unseren Vergeltungsschlag mit einem Nuklearschlag gegen die in der Ostsee operierende 1st Fleet geantwortet und damit Chuzpe unglaublichen Ausmaßes bewiesen. Er legt es auf die totale Eskalation an. Und er wird sie bekommen.
An Josef Stalin,
den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion,
Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare,
Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR und
Obersten Befehlshaber der Roten Armee,

unser Vergeltungsschlag nach der Zerstörung von Berlin sollte der sowjetischen Führung und der Roten Armee vor Augen führen, dass unser nukleares Arsenal voll gefüllt und jederzeit einsatzbereit ist. Alle Ziele westlich des Urals können durch britische Raketen bekämpft werden, ebenfalls Ostasien und Ostrussland. Die Botschaft an Sie sollte also sein: ein Atomkrieg mit Großbritannien ist nicht ratsam.

Da in der sowjetischen Führung offenbar noch kein Verständnis für diesen Fakt herrscht, sehe ich mich gezwungen deutlicher zu werden. In Kürze werden sechs Ihrer Städte, inkl. Minsk und Wladiwostok, durch unsere Atomraketen zerstört werden.

Folgendes fordern wir erneut:
  • unverzügliche Einstellung aller Kampfhandlungen (auch in China und Korea)
  • Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen
  • Rückzug aus sämtlichen besetzten Gebieten binnen 14 Tagen
  • Anerkennung der Zugehörigkeit von Norwegen und Türkei zum westlichen Bündnis
  • Volksabstimmung im Baltikum, dem Kaukasus und der Ukraine über Zugehörigkeit zu UdSSR oder Unabhängigkeit
  • Krim wird auf 10 Jahre internationales Territorium unter NATO-Verwaltung zur Überwachung der Nachkriegsordnung
  • Überstellung der politischen und militärischen Kriegsverbrecher der UdSSR an ein internationales Kriegsverbrechertribunal

Hochachtungsvoll

William Clinck, 1st Earl Clinck of Aylesbury
Prime Minister of HM Government


Noch bevor Stalin das an ihn adressierte Staatstelegramm in seinen Händen hält, bekommen die britischen Raketentruppen im deutschen Rheinland abermals Schussbefehl. Die Ziele sind die Marinebasis Murmansk, Solnetschnogorsk, der provisorische Sitz der sowjetischen Regierung sowie Minsk. Unsere syrische Raketenbasis feuert auf die wirtschaftlichen Zentren in Orsk und Ufa.

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Auch im fernen Osten wird die Sowjetion angegriffen. Unsere Raketenabschussbasis auf Okinawa erhält den Befehl, Wladiwostok mit einer Rakete mit Atomsprengkopf anzugreifen. Am 18. August am frühen Nachmittag detoniert die Bombe über der Stadt.

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Wenige Stunden später werden Ufa und Orsk getroffen.

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In der Nacht zum 19. August wird dann auch Minsk zerstört.

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Am nächsten Morgen antwortet Stalin in einer öffentlichen Rundfunkansprache. Er ist erzürnt und verurteilt die Angriffe auf Minsk sowie Ufa und Orsk, das "wirtschaftliche Herz der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken". Ferner kündigt er bittere Vergeltung für diese "hinterhältigen Angriffe imperialistischer Aggressoren" an. Es müsse nun zum äußersten Mittel gegriffen werden, um den Sieg endgültig zu erringen.

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Währenddessen sind ist die Operation Grand Slam noch nicht abgeschlossen. Die zwei Raketen mit den Zielen Murmansk und Solnetschnogorsk sind noch unterwegs.

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Murmansk wird am frühen Morgen des 20. August getroffen, Solnetschnogorsk wurde bereits vor drei Stunden zerstört.

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20. August 1952 07:05 Uhr, Hauptquartier des MI6, Büro von M:

M: "Sind Sie sich sicher, was die Standorte der Raketenabschussbasen anbelangt?"
Bond: "Ja, Sir. Sämtliche Raketen sind an diesen drei Standorten konzentriert."
M: "General, leiten Sie das schnellstmöglich an die entsprechenden Stellen weiter. Beten wir, dass es noch nicht zu spät ist."

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Es ist der 20. August 1952, der das Angesicht Londons, ja des Empires, für immer verändern wird. An jenem Tag beginnt alles so, wie die Tage, Wochen und Monate zuvor auch. Kinder gehen zur Schule, Geschäfte in der Innenstadt öffnen, Menschen gehen zur Arbeit, geschäftiges Treiben wo man hinschaut. Es ist ein heißer Tag, die Sonne scheint hell. Bis gegen Mittag in Sekundenbruchteilen ihre Helligkeit schlagartig zuzunehmen scheint, so als würde sie explodieren. Niemand wird der Bedrohung gewahr, bis es zu spät ist. Ein greller Blitz, eine Explosion, eine ungeheure Druckwelle. London ist nicht mehr das, was es einmal war. Bonds Erkenntnisse kamen zu spät.

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Auf den Straßen herrscht Chaos, Menschen versuchen zu flüchten, die Army versucht zu helfen, nichts geht mehr. Der wirtschaftliche Betrieb und das Leben in den Straßen kommen zum erliegen. London scheint unaufhaltsam zu kollabieren.

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Weder die Königin noch ich befinden uns zum Zeitpunkt der Zerstörung Londons in der Stadt. Ihre Majestät weilt schon seit längerem in Kanada, während ich nach dem Angriff auf die 1st Fleet in den Regierungsbunker nach Südengland gebracht wurde. Eins steht fest: für London wird es Vergeltung geben. Und dafür kommt nur ein einziges Ziel in Frage. Unsere Raketentruppen bekommen den Befehl, Moskau zu vernichten. Zwei Raketen erhalten Angriffsbefehl für die sowjetische Hauptstadt, eine davon direkt für den Kreml. Weiterhin sollen die von Bond lokalisierten Raketenabschusseinrichtungen bei Smolensk, Pskow und Mogilew zerstört werden.

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Noch am Abend des 20. August werden auch Birmingham und Sheffield von einer sowjetischen Atomrakete zerstört. Die Vergeltung hierfür wird sich abermals gegen die jetzige und nun auch gegen die einstige Hauptstadt richten: Moskau und Leningrad.

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Im Laufe des 21. August wird die Sowjetunion hart von unseren Vergeltungsmaßnahmen getroffen. Moskau wird von den ersten beiden Atomraketen zum großen Teil zerstört; das Hauptziel - der Kreml - wurde vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Bei den anderen drei Zielen Smolensk, Pskow und Mogilew wurden weniger die Städte in Mitleidenschaft gezogen. Die Raketenstartanlagen jedoch wurden vollständig vernichtet. Wir sind nun vorerst sicher vor sowjetischen Raketen.

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Am Abend treffen die letzten beiden Atomraketen unseres Vergeltungsschlages über ihren Zielen ein. Die Städte wurden dabei komplett zerstört und werden wohl nie wieder als Hauptstadt taugen können.

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In Breslau und auf der Krim sind unterdessen die Amerikaner in Stellung gegangen und bestücken ihre schweren Bomber mit Atombomben. Gleichzeitig wird der Sowjetunion angekündigt, dass jegliche Vergeltungsmaßnahmen weitere britische und nun auch amerikanische nukleare Angriffe in doppelter und dreifacher Intensität nach sich ziehen werden.

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23. August 1952 01:50 Uhr, Ort unbekannt, Versteck der Sowjetischen Regierung:

Stalin will als Reaktion auf die Zerstörung Moskaus und Leningrads sowie aller Raketen nun seine Langstreckenbomber mit Atombomben bestücken und losschicken. Sie sollen weitere Ziele in Westeuropa zerstören. Nun dämmert auch den Mitgliedern des Politbüros, dass Stalin mittlerweile eine Gefahr für das eigene Land geworden ist. Sie ergreifen die Initiative und beseitigen das einzige, was zwischen ihnen und einem Waffenstillstand steht: Stalin.





Am frühen Morgen des 23. August geht im südenglischen Regierungsbunker ein knappes Telegramm ein. Nikita Chruschtschow akzeptiert darin die Waffenstillstandsforderungen und schlägt Stockholm als Ort für ein Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern vor. Ich stimme zu und erteile Befehl an die britischen Streitkräfte rund um die Welt, dass alle Kampfhandlungen mit Ablauf des 23. August 1952 vorläufig einzustellen sind.

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Der Krieg ist aus. Es gibt keine Gewinner, nur Verlierer. Die Menschheit hat an sich selbst das schlimmste Verbrechen seit Menschheitsgedenken verübt. Zahlreiche Städte liegen in Schutt und Asche, einige davon infolge von nuklearen Angriffen. Dazu gehört nicht nur Moskau.

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Auch London, über Jahrhunderte der Nabel der zivilisierten Welt, ist nurmehr ein Schatten seiner selbst. Der feige sowjetische Angriff hat die so schöne und stolze Stadt beinahe vollkommen zerstört. Das Vereinigte Königreich geht aus dem Krieg enorm geschwächt hervor. Nie zuvor war es ob der vielen Zerstörungen durch die sowjetischen Atombomben wirtschaftlich dermaßen abhängig von seinen Kolonien wie jetzt. Gleichzeitig ist das Militär geschwächt und muss im großen Maßstab auf den heimischen Inseln zur Krisenbewältigung eingesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich nicht nur Indien und Pakistan von Großbritannien lossagen. Über der Zukunft des Empires hängen dunkle Wolken. Niemand vermag zu sagen, was auf uns zukommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschheit wenigstens dieses eine Mal aus seinen Fehlern lernt und sich nie wieder in einen Krieg stürzen wird.

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Die Amerikaner feiern den Sieg, den sie im Wesentlichen dem erfolgreichen Einsatz der Nuklearwaffen zuschreiben. Sie haben auch allen Grund zum Feiern. Nachdem die Sowjetunion und das Vereinigte Königreich derart darnieder liegen, sind sie nun die einzig verbliebene Supermacht.

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Nach feiern ist mir allerdings überhaupt nicht zumute. Die politische Verantwortung für den gegenwärtigen Zustand des Empires und insbesondere der zerstörten britischen Städte, hier v.a. London, liegt ganz klar bei mir. Ich war es, der die Angriffe auf Russland autorisiert hat. Ich war es, der zu immer härteren Vergeltungsmaßnahmen gegriffen hat. Ich war es, der mit einer entsprechenden Reaktion der Sowjets rechnen musste und es auch getan hat. Und so schreibe ich mein Rücktrittsgesuch und hoffe, dass mein Nachfolger den Zerfall des Empires verhindern oder wenigstens so lange hinauszögern kann, bis sich das Vereinigte Königreich wirtschaftlich wieder gefangen hat.

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von Wilhelm Klink » Mo 02.05.2016, 19:45

Es folgen nun noch zwei alternative Enden, damit ist der AAR dann auch wirklich zuende.

Das erste der beiden ist als alternatives Kapitel 289 zu sehen. Im Kapitel 288 wurde die 1st Fleet Opfer eines sowjetischen Nuklearschlages. In der Folge gab es eine Diskussion, wie nun zu reagieren sei. Das Resultat war im originalen Kapitel 289 ein nuklearer Vergeltungsschlag, allerdings ein moderater. Im alternativen Kapitel 289 gewinnen die Hardliner um die Herren Staatssekretäre Silem und von Clockwerk die Oberhand und setzen einen massiven Vergeltungsschlag u.a. gegen die provisorische Hauptstadt Solnetschnogorsk durch.

Das zweite alternative Ende ist als Epilog nach dem Kapitel 300 zu verstehen. Es ist eine Art Fade-Out mit nun gewechselter Erzählerperspektive, so ähnlich wie bei "Im Westen nichts neues". Ursprünglich als eigentliches Ende angedacht, erschien es mir dann etwas zu schnulzig.

von Wilhelm Klink » Sa 30.04.2016, 16:33

Fortsetzung des Chinesischen Bürgerkrieges



Ich habe zum Spaß nach dem offiziellen Ende des Spiels, selbiges im Beobachter-Modus weiterlaufen lassen, um zu beobachten, wie die Welt, aber insbesondere China weiter agieren wird. Wie erwartet setzt sich nach kurzer Zeit der Chinesische Bürgerkrieg fort. Die Republik China (Nationalchina) wittert offenbar die Möglichkeit zur gewaltsamen (Wieder-) Vereinigung.

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Nationalchina verfügt über insgesamt 30 Divisionen...

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...Rotchina über 24. Dazu kommt, dass Nationalchina ein Vielfaches der Wirtschaftsleistung Rotchinas hat.

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Angriff der Republikaner auf die provisorische Hauptstadt Rotchinas. Hier in dem Gebiet sammeln sich auf beiden Seiten die Hauptstreitkräfte, es geht lange Zeit hin und her.

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Ganz im Nordosten finden begrenzte Offensiven statt, der Rest der Front ist eher ruhig.

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Irgendwann hat es die Republik China geschafft, Rotchina unterliegt und muss die Hauptstadt räumen. Die Front wird schnell begradigt...

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...und fliehende Divisionen vernichtet.

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Auch hier stellt sich die KI sehr, sehr, sehr dumm an.

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Nach einem halben Jahr ist das Ende von Rotchina besiegelt. Die Truppen sind nur noch auf dem Rückzug, die Wirtschaftsleistung liegt bei 7 IK, Tendenz abnehmend. Eine Annexion durch Nationalchina ist nurmehr eine Frage der Zeit.

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von Wilhelm Klink » Di 26.04.2016, 22:15

Der Traum von Britisch-Russland



25. März 1862 03:30 Uhr, 10 Downing Street, Schlafzimmer von Lord Clinck:

Unruhig ist mein Schlaf. Entweder liege ich wach, oder ich wälze mich durch mein Bett. Die Wut auf Russland ist noch frisch. Gerade erst traf die Nachricht vom grässlichen Massaker bei Merw in London ein. Tief in mir drin möchte ich mich ebenso grausam an Russland rächen. Einige Politiker sprechen es sogar aus und fordern die komplette Unterwerfung Russlands. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das natürlich illusorisch, doch muss sich die böse Seite in mir so mit diesem Gedanken angefreundet haben, dass ich schon nachts davon träume. Und so sinke ich in den Schlaf und beginne abermals meinen rachelüsternen Traum zu erleben...

Alles beginnt im August 1864 mit dem Zusammenziehen von Truppen im von Großbritannien abhängigen Dänemark.

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Im Dezember 1864 ist die Ostseeküste komplett besetzt.

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Im Juni 1865 stehen wir tief im Norden Russlands und in der Ukraine.

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Zu Weihnachten 1865 bietet Russland den ersten Friedensvertrag mit reichlich Landgewinn an. Wir nehmen an...

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...um im nächsten Moment wieder den Krieg zu erklären.

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Zweiter Frieden im Januar 1871. Gleich danach wieder Kriegserklärung. So langsam bekommen die Soldaten Blutrausch.

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Dritter Frieden im Juli 1871

Vierter Frieden im Juni 1872

Fünfter Frieden im Februar 1873

Sechster Frieden im August 1873

Siebter Frieden im November 1873

Achter Frieden im Februar 1874

Neunter Frieden im Mai 1874

Zehnter Frieden Anfang September 1874



Elfter Frieden und Annexion Ende September 1874.

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Russland ist von der Landkarte getilgt, Großbritannien hatte seine fürchterliche Rache für Merw.

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von Wilhelm Klink » Di 26.04.2016, 22:10

Als das Kapitel Kapitel 112 - Das Massaker von Merw Anfang 2011 erschien, damals noch im PG-Forum, gab es einen Leser, der deshalb stark aufgebracht war und die komplette Annexion Russlands forderte. In Victoria sind nur Länder mit höchstens drei Provinzen oder unzivilisierte Staaten annektierbar. Das heißt, will man ein so großes und zudem "zivilisiertes" Land wie Russland annektieren, benötigt man dafür mehrere Anläufe. Man muss jedesmal als Kriegstribut einige Provinzen fordern, bis das Land irgendwann drei oder weniger Provinzen hat. Eine Annexion Russlands wäre also eine längere Aufgabe, die zudem jede Menge Badboy-Punkte einbrächte. Im Spiel und im AAR war dies undenkbar.

Doch jetzt bzw. in einem Traum Lord Clincks in den 1860er Jahren können wir unserem Zorn freien Lauf lassen.

von Wilhelm Klink » Do 21.04.2016, 22:30

Alien-Invasion in Russland



Als kleinen Gag gegen Ende des AARs wollte ich darin noch einen Querverweis auf einen etwas spielerischen Bonusbeitrag geben: die Invasion von Aliens; wer genau hingesehen hat, konnte dies auf einem Screenshot im Kapitel Kapitel 297 - Der Gegner aus dem eigenen Hause erkennen. Mittels entsprechendem Cheat wurde die Invasion in eine Provinz nahe Moskau heraufbeschworen. Ziel sollte sein, die KI dabei zu beobachten, wie sie mit der Bedrohung fertig wird.

49 Divisionen zzgl. einiger Bomber- und Jägerverbände erscheinen also am 16.12.1952 in Penza.

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Die Sowjetunion verfügt über knapp 500 Infanteriedivisionen und 74 Panzerdivisionen. Weiterhin stehen 16 Jäger- und 14 Bomberstaffeln unter sowjetischem Befehl. Russland sollte also mit dieser Bedrohung fertig werden können. Soweit die Theorie.

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In der Praxis setzen sich zunächst ganze 14 Divisionen in Gang (14 Divisionen in 15 Einheiten sind auch interessant; Luftwaffeneinheiten sind aus der Auswahl bereits entfernt).

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Großoffensive bei den Außerirdischen; Angriff in alle Richtungen.

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14 Tage nach Beginn der Invasion erkennt die Sowjetführung den Ernst der Lage, die in Moskau erscheinenden 97 Divisionen werden zum Teil in Marsch gesetzt. Bei den restlichen Einheiten besteht unbegründete Hoffnung, dass sie folgen und den Angriff niederschlagen werden.

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Mit weiten Umfahrungen soll den Aliens in den Rücken gefallen werden.

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Zwei Monate nach Invasionsbeginn. Eine rotchinesische Miliz hat in ihrem Übermut Großes vor. Im Süden steht Stalingrad vor dem Fall.

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Vier Monate Krieg. Die Westfront bleibt einigermaßen stabil, das Alien-beherrschte Gebiet dehnt sich allerdings immer weiter nach Norden, Osten und Süden aus.

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Beim Versuch, Stalingrad zu befreien, lässt sich eine rumänische Division einschließen.

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Sieben Monate nach dem Beginn der Invasion: die Lage ist außer Kontrolle geraten.

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Vom Kaspischen Meer bis zum Eismeer erstreckt sich der außerirdische Herrschaftsbereich.

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Zehn Monate. Zwischenzeitliche Gebietsgewinne der Sowjets können die enttäuschende Leistung der KI nicht wettmachen.

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Als die Außerirdischen nach 14 Monaten schließlich eine Landgrenze mit Afghanistan haben, breche ich das Experiment ab. Die KI ist noch viel unfähiger, als ich es gedacht hätte.

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von Tigernekro » So 17.04.2016, 23:53

Auch von uns einen großen Dank für diesen großartigen AAR. sehr schöne schreibkunst, hat immer spaß gemacht zu lesen.

von Private_S » So 17.04.2016, 23:52

Großartig! Es gibt glaube ich nicht viele solcher so lange durchgehaltener AARs, und dazu mit stets grandiosem Unterhaltungswert.
Wir verneigen Uns und bringen einen Toast aus. Einen Toast auf die Helden von Merw.

von Hjalfnar » So 17.04.2016, 23:42

Verflucht, Wir sind erst im 3. WK einstiegen. Das wird anstrengend, alles noch durchzulesen.^^ Na, Ihr habt Uns auf jeden Fall zu Unserem Mammutprojekt inspiriert, einen Savegame quer durch CK2, EU4, Vic2 und HoI4 bis Stellaris zu ziehen. Dafür vielen Dank! Und noch viel viel mehr Dank für diesen genialen AAR!

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von Wilhelm Klink » So 17.04.2016, 23:21

Kapitel 300 - Das Letzte kommt zum Schluss





17. März 1953 10:30 Uhr, 10 Downing Street, Besprechungsraum der Staatskanzlei:

Es brechen meine letzten Stunden als amtierender Premierminister an. Zwar bin ich noch bis zum Ablauf des 21. März offiziell im Amt, doch heute findet die letzte Kabinettssitzung unter meiner Leitung statt. Neben allerlei normalen Tagesordnungspunkten ist zum Ende noch eine wichtige Sache zu besprechen.

Clinck: "Dann bleibt nur noch ein Punkt übrig: meine Nachfolge. Ich habe mit der Königin vereinbart, dass sie das Parlament sechs Monate nach meinem Rücktritt auflösen wird. Die dann anzusetzenden Neuwahlen werden von meinem Nachfolger organisiert."
Clutterbuck: "Wir alle sind seit Jahrhunderten in der Regierung. Keiner von uns hat jemals einen Wahlkampf geführt. Als wir zu Ministern ernannt wurden, haben wir das ganze noch leicht anders gehandhabt."
Clinck: "Ich von davon überzeugt, dass Sie Ihre Sache gut machen werden. Sie haben große politische Erfahrung, sind ein Meister der Außenpolitik. Sie werden die Wahlen bestimmt gewinnen."
Clutterbuck: "Ich? Wahlen gewinnen? Ihr meint doch nicht etwa..."
Clinck: "Doch....Herr Premierminister. Ich habe Euch vorgeschlagen. Sofern Ihr zustimmt, wird Euch die Königin am 22. März offiziell zum Premierminister ernennen."
Clutterbuck: "Nun ja, was soll ich sagen?"
Clinck: "Ihr könntet sagen 'Ich stimme zu', 'Ich freue mich darauf' oder ganz einfach und kurz 'Ja'."
Clutterbuck: "Das kommt zwar etwas plötzlich, aber ja, ich stimme zu!"
Clinck: "Dann wäre das geklärt. Meine Herren Minister und Staatssekretäre, es war mir eine Ehre. Ich hoffe, Sie alle in vier Tagen in Nizza zu sehen."

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Die 1st Fleet, die modernste und schlagkräftigste Flotte der Royal Navy, ist pünktlich zu den Feierlichkeiten meines Geburtstags in Nizza eingetroffen und wird in zwei Tagen an der geplanten Flottenparade teilnehmen.

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Einige Kabinettsmitglieder sind schon eher angereist und nutzen die Zeit für ein paar Urlaubstage an der Côte d'Azur. Bei einem Stadtbummel begegnen wir Mister Finchmock, als er gerade vor einem Tabakwarenladen steht und die Auslage betrachtet.

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Auch Mister Powers weilt bereits in Nizza. Offenbar verbringt er einige freie Tage hier, voller Entspannung und - wie sollte es anders sein - wechselnder weiblicher Begleitung.

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Wenn man all die vertrauten Gesichter jener Menschen sieht, mit denen man über Jahrzehnte und Jahrhunderte zusammengearbeitet hat, verfällt man beinahe wie von selbst ins Nachdenken. Was war in mehr als 200 Regierungsjahren nicht alles geschehen, durch welche teils gefährlichen Fahrwasser musste ich unser Land führen. Im Siebenjährigen Krieg konnten wir unsere Stellung in Indien und Nordamerika behaupten; letztere wurde kurze Zeit später nachhaltig beschädigt. Die Vereinigten Staaten von Amerika erwiesen sich in der Folge als aufsässige Kolonie, gefährlicher Gegner und letztlich wichtiger Verbündeter.

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Die Royal Navy ist die mächtigste Flotte der Welt und bildete über Jahrhunderte das Rückgrat britischer Überlegenheit. Um dies auch im 20. Jahrhundert zu bleiben, musste sie zuletzt ein tiefes Tal der Tränen durchschreiten. Im Japanisch-Britischen Krieg Anfang der 1920er Jahre setzten die Japaner erstmals Flugzeugträger ein. Unsere Schlachtschiffe waren dagegen absolut machtlos, die Schlacht endete in einem Massaker. In der Folge konzentrierte sich die britische Flottenrüstung auf einen massiven Ausbau der Flugzeugträgerkapazitäten; ein Konzept, das uns 20 Jahre später im Pazifikkrieg gegen Japan letztlich zum Sieg führte.

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Mittlerweile ist die Royal Navy rund um den Erdball stationiert und innerhalb kürzester Zeit in nahezu jedem Gewässer der Erde einsetzbar. Das Vereinigte Königreich ist damit die unangefochtene Nummer Eins zur See.

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(Anklicken für Vergrößerung)



Die fürchterlichen Weltkriege machten auch vor Großbritannien keinen Halt. An jedem war unser Land beteiligt, aus jedem trug es seine Wunden davon. Doch letztlich haben wir bewiesen, dass man sich mit uns besser nicht anlegt; zuletzt im kurzen, doch heftigen Dritten Weltkrieg. Die vorangegangene Norwegenkrise eskalierte innerhalb weniger Wochen zum Krieg und damit zur Bühne für die größte Katastrophe der Menschheitsgeschichte. Das Massaker von Merw im Britisch-Persischen Krieg war im Vergleich dazu beinahe eine "humane" Art der Kriegsführung.

Dennoch hat das Vereinigte Königreich unter meiner Regie das Antlitz der Welt ganz entscheidend mitgeprägt. Wer weiß wo wir heute stünden, wenn König Georg II. damals einen anderen zum Premierminister ernannt hätte.

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Die Clinck'sche Welt im Jahre 1953 (Anklicken für Vergrößerung)



Eines steht fest: Nizza wäre unter einem anderen Premierminister nicht zur britischen Kronkolonie geworden. Und so enden Amtszeit und AAR auch genau hier, in Nizza.

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Die Feierlichkeiten beginnen am frühen Abend im Hafen von Nizza. Dort steht ein Motorboot der Royal Navy bereit, das mich mitnimmt. Die Flotte hat sich vor der Küste zu einer Parade versammelt, die nun von mir abgenommen wird. Ganz vorn sind die Flugzeugträger platziert, der Stolz der britischen Seestreitkräfte.

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In den Straßen Nizzas paradieren die Royal Marines, die nach ihrer Gründung 1819 häufig in Nizza stationiert waren und von hier aus in Einsätze rund um die Welt geschickt wurden.





Zehntausende Menschen beobachten das Spektakel am Straßenrand und über den Dächern von Nizza.

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21. März 1953 19:45 Uhr, Château de l'Anglais, Bankettsaal:

Die Königin ist, nachdem sie auch schon der Flottenparade und der Parade der Royal Marines beigewohnt hat, nun auch auf Château de l'Anglais eingetroffen. Die königliche Laune ist bestens, auch der Prinzgemahl unterhält die Gäste in Hörreichweite mit seinen Äußerungen.

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Mit einem großen Bankett beginnt der große Abend, der zugleich Abschluss und Ausklang ist. Sie sind alle gekommen: Freunde, Kollegen, Weggefährten. Auch die Mitglieder der Sonder-Initiative für Gesamtheitliche Außenpolitik unter Mitmischung von Einbildung und Schwachsinn haben den langen Weg auf sich genommen, um mit mir den Abschied zu feiern.

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Der neue Premierminister Nigel Clutterbuck wird bei der Gelegenheit von meiner Frau ausgefragt.

Lady Clinck: "Mister Clutterbuck, mein Mann hat mir erzählt, dass Sie der neue Premierminister sind. Also ab morgen, versteht sich."
Clutterbuck: "Das ist richtig. Die Königin wird mich morgen Abend in London offiziell ernennen."
Lady Clinck: "Eine große Ehre, aber sicherlich auch eine Überraschung."
Clutterbuck: "Das kann man wohl sagen. Er ist damit erst vor vier Tagen in der letzten Kabinettssitzung herausgerückt. Sie hätten mein Gesicht sehen sollen."
Lady Clinck: "Ich kann es mir ungefähr vorstellen. Aber Sie freuen sich doch darauf, oder?"
Clutterbuck: "Sie können mir glauben, ich habe in meiner Laufbahn schon vieles gesehen und gehört. Meine Beförderung zum 'Ersten Berater', also faktisch seinem Stellvertreter, kam nicht weniger plötzlich. Das ist jetzt auch schon 160, nein 162 Jahre her. Unglaublich, wie die Zeit vergeht. Aber nicht im Traum hätte ich daran gedacht, einst Premierminister zu werden. Nach einem kurzen Schockmoment habe ich dann natürlich zugesagt und mittlerweile freue ich mich auch darauf."
Lady Clinck: "Hoffen wir, dass das auch so bleibt. Ich glaube, die kommenden Jahre werden große Umbrüche mit sich bringen."
Clutterbuck: "Allerdings. Clinck hat alles richtig gemacht; er hat sich einen guten Zeitpunkt ausgesucht, um sich zur Ruhe zu setzen. Ich glaube, ich sollte es ihm in einigen Jahren gleich tun."

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Am Tisch nebenan dreht sich das Gespräch um weniger politische Themen.

Bond: "Colonel Smithers, wären Sie so freundlich und reichten mir den Cognac?"
Smithers: "Aber natürlich, Commander Bond. Ist etwas damit?"

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Bond: "Nein, nicht direkt. Ich möchte nur etwas überprüfen. [...] Interessant. Sehen Sie diesen Schimmer, wenn man die Flasche vor einen weißen Hintergrund hält?"
Smithers: "Ja, aber was soll das bedeuten? Haben Sie etwas gegen den Cognac?"
Bond: "Ich würde sagen, es ist ein 30 Jahre alter, mittelmäßig verschnittener Cognac - mit etwas zu viel Bon Bois."

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M: "Sie sind nicht hier, um Lord Clincks Cognac zu kritisieren, 007!"
Bond: "Es handelt sich mit Sicherheit nicht um Lord Clincks private Cognac-Vorräte; nicht in der Größenordnung, Sir."
M: "Warum schwenken Sie nicht auf Rotwein um, 007?"
Bond: "Natürlich. Warum nicht, Sir."

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Pünktlich um Mitternacht ist der Himmel hell erleuchtet. Ein großes Feuerwerk zu den Klängen von Händels Feuerwerksmusik markiert das Ende des Abends und meiner Zeit als Premierminister des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland.





Und so darf ich mich nun als Clinck und Klink für die Aufmerksamkeit bedanken und mich aus diesem AAR verabschieden.

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von Wilhelm Klink » So 17.04.2016, 23:16

Verehrte Leserschaft,

es folgt das letzte Kapitel und damit das offizielle Ende des AARs. Ich bin froh und ein bisschen stolz, dass ich es geschafft habe, diesen AAR tatsächlich zu vollenden. Viele AARs ereilt nämlich leider das Schicksal, dass sie nach ein paar wenigen Fortsetzungen oder nach durchaus längerer Zeit aus unterschiedlichsten Gründen versanden oder abgebrochen werden. Ich hatte mir fest vorgenommen, dass mir das nicht passiert. Was ich allerdings nicht gedacht hätte ist, dass mich dieses Vorhaben fünfeinhalb Jahre beschäftigen wird. Die Screenshots für das erste Kapitel stammen vom 12. August 2010.

Zu den insgesamt 300 offiziellen Kapiteln zzgl. weiterer nicht offizieller (aber dazu gleich mehr) liegen auf meiner Festplatte 8,61 Gigabyte in 15.313 Dateien und 556 Ordnern. Dazu gehören auch die gezippten Spielstände von Victoria und Darkest Hour. Denn zu den offenbar häufigsten Gründen abgebrochener AARs scheinen verloren gegangene Spielstände zu zählen.

Ich muss sagen, dass das Schreiben viel Spaß gemacht und teils enorm zu meiner Allgemeinbildung beitragen hat. Doch genauso muss ich zugeben, dass es genauso viel Arbeit gemacht hat. Es ist verrückt, wieviel Zeit man in das Zusammensuchen von Informationen, Bildern usw. für einen Beitrag stecken kann. Hinzu kommt das Schreiben an sich, aber auch das Spielen bzw. in meinem Fall teilweise umfangreiches "Zurechtmachen" des Spieles, sprich Grenzziehung nach großen Kriegen, Events schreiben usw.

Von daher möchte ich an dieser Stelle meinen Hut vor all den großen AAR-Schreibern dieses Forums ziehen, die ebenfalls über Jahre an großen Geschichten mit weitaus mehr Aufwand schreiben, als ich das getan habe.

Vielen Dank auch an meine treuen Leser, die mich teilweise über die ganze Zeit hinweg begleitet und zu neuen Taten, wie z.B. der Fortsetzung des Spiels in Hearts of Iron, ermutigt haben. Nennen möchte ich exemplarisch Private_S, der seinerzeit den ersten Kommentar unter das Kapitel 1 setzte (er fragte sinngemäß, welcher Indianerstamm sich da in Nordamerika niedergelassen hätte) und seitdem der wahrscheinlich fleißigste "Follower" und Kommentarschreiber war.

Doch kommen wir nun zum angekündigten letzten offiziellen Kapitel. Je nachdem, wie man veranlagt ist, kann man dazu beim Lesen Musik hören.

Passend zum Motto des AARs: Pomp and Circumstance March No. 1
Wer es pathetisch mag: I Vow To Thee My Country
Oder britisch-selbstbewusst: Rule Britannia! - Britain's Finest Hours
Oder einfach militärisch: Dambusters Theme

Warum betone ich immer wieder das "offiziell"? Nun, nach dem letzten Kapitel folgt noch etwas Bonusmaterial, u.a. zwei alternative Enden. Also lasst euch überraschen.

von Wilhelm Klink » Mo 22.02.2016, 21:02

Das Spiel ist schuld. Ich habe irgendwann mal in einem Rutsch einige Kapitel "vorgespielt", und zwar bis zum Schluss des AARs. Die Länder habe ich per Event erschaffen. Vielleicht lag es an der Reihenfolge, jedenfalls gehört das spätere Bangladesch nun zu Indien. Mir ist es zu spät aufgefallen, und dann hatte ich keine Lust mehr, das ganze von vorn zu spielen, da ich nicht gespeichert hatte.

Von daher, das war kein spezieller Wille. Im Spiel selber könnte ich es selbstverständlich verargumentieren, dass Bangladesh im Clinck'schen Universum natürlich mehrheitlich hinduistisch ist ;)

von Stupor Mundi » Sa 20.02.2016, 00:47

Richtig so, verscherbelt noch die Reste des Imperiums vor dem Abtreten, damit keiner Eurer Nachfolger an Eure Größe heranreicht! ;)
Was Uns wundert: Indien und Pakistan wurden beide unabhängig - aber Ost-Pakistan (Bangladesh) kommt zu Indien. Ist dieser ahistorische Sachverhalt durch das Spiel verschuldet, oder hattet Ihr da Einfluss drauf?

von Wilhelm Klink » Sa 20.02.2016, 00:14

Private_S hat geschrieben:Ha ha! Es ist entzückend zu sehen solch ein Ende nahebei, ist es nicht?
Nahebei ist es, wohl wahr! Die symbolische Zahl 300 wird es sein. Es noch stärker auszureizen wäre mir nicht guten Gewissens möglich.

von Wilhelm Klink » Sa 20.02.2016, 00:09

Kapitel 299 - Ein erschüttertes Empire





Das schmale Stück Land entlang des Sueskanals wurde dauerhaft zur britischen Einflusszone erklärt. Nun wir damit begonnen, es auch zu einem dauerhaften Stützpunkt in der Region auszubauen.

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Im ersten Schritt wird eine behelfsmäßige Landebahn errichtet, um die Royal Air Force schnell in die Lage zu versetzen, von hier aus den Luftraum über dem Kanal kontrollieren zu können.

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In den baltischen Gliedstaaten der Sowjetunion - Estland, Lettland und Litauen - haben die von Chruschtschow zugesagten Volksabstimmungen stattgefunden. Die Umstände waren erwartungsgemäß dubios, die Einblicke internationaler Wahlbeobachter spärlich. Das Ergebnis ist eindeutig; einzig das litauische Volk setzt ein Zeichen, indem es für die Beibehaltung des Status einer autonomen sozialistischen Sowjetrepublik stimmt.

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Am 24. Februar 1953 erlebt das koreanischen Volk nach mehr als 57 Jahren seine Wiederauferstehung als geeinter und unabhängiger Staat. 1896 im Zuge des Russisch-Japanischen Krieges von Japan annektiert, blieb es bis Ende des zweiten Weltkrieges ein japanisches Protektorat. Hernach geteilt in eine sowjetische und britische Besatzungszone, wurde sehr bald der kommunistische Marionettenstaat Nordkorea - offiziell Demokratische Volksrepublik Korea - gegründet. Wenig später folgte auch die Gründung eines südkoreanischen Staates.

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Doch nun wurde die Teilung endgültig überwunden. Korea ist neu erstanden und wird langfristig in Frieden und Wohlstand existieren können. Dafür garantieren nicht zuletzt die sechs im Land verbleibenden britischen Divisionen

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Am 30. Februar (!) findet in Georgien die Volksabstimmung über den Anschluss an die Sowjetunion statt. Das britisch protegierte und an die Demokratie herangeführte Land entscheidet sich voller Stolz für die Beibehaltung der Unabhängigkeit.

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Aserbaidschan und Armenien hingegen treten erneut der Sowjetunion bei. Armenien begründet es nicht zuletzt mit den historischen Differenzen zur benachbarten Türkei, der Rechtsnachfolgerin des Osmanischen Reiches. Immer wieder fielen die Osmanen in Armenien ein, plünderten und erniedrigten es. 1842 suchte es Schutz unter den russischen Fittichen, nur um dann bald zu merken, dass es auch von seinem Beschützer zunehmend unterjocht wurde. Im Juli 1952 setzte eine kurze Ära der erneuten Unabhängigkeit ein, bevor Armenien abermals zum Knecht Russlands geworden ist.

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Die britischen Fernost-Streitkräfte im Überblick. Vier Divisionen stehen an der Grenze zu Russland nahe Wladiwostok. Weitere Kräfte stehen bei Seoul und Busan sowie in Port Arthur, der alten britischen Basis, die von 1778 bis 1927 britisch war und es nun wieder auf lange Zeit sein wird.

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Das Empire erlebt in diesen Tagen eine seiner größten Erschütterungen: die Unabhängigkeit von Britisch-Indien. Sie bringt nicht nur wirtschaftliche Herausforderungen mit sich, sondern wird auch Auswirkungen auf das Ansehen Großbritanniens in der Welt haben. Zwar musste uns klar sein, dass wir unsere Kolonien - gerade unser stolzestes Kronjuwel - nicht ewig werden halten können. Doch dass das Loslassen so früh kommt, wird so mancher alter "Imperialist" nur schwer verdauen können. Gerade jene haben mir meine Rundfunkansprache vor mehr als zehn Jahren in den rauen Tagen des Zweiten Weltkrieges sehr übel genommen und die sonderbarsten Dinge prophezeit. Als Mister Clutterbuck vor einem knappen Jahr in meinem Auftrag das Unvermeidliche mit Jawaharlal Nehru verhandelte, sorgten selbige Kritiker erneut für Wirbel. Doch letzten Endes ist es am besten, eine friedliche Lösung zu haben, bei der Großbritannien wenigstens offiziell die Oberhand behält, als schlimmstenfalls einen jahrelangen Kolonialkrieg, der mit einer britischen Niederlage enden würde.

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Bei der Zeremonie zur Unabhängigkeit Indiens wird Jawaharlal Nehru durch Lord Mountbatten, Generalgouverneur und Vizekönig von Indien, zum ersten Premierminister von Indien vereidigt.

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Indien ist nicht das einzige neugeschaffene Land. Die Kolonie Britisch-Indien wird in einen muslimischen Staat Pakistan und einen hinduistischen Staat Indien aufgeteilt.

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Die Titelblätter befassen sich natürlich mit keinem anderen Thema, als der indischen und pakistanischen Unabhängigkeit.

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Ich bin bei den Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit selbstverständlich ebenfalls zugegen. Mit dem Moment der indischen Unabhängigkeit wird daraus sogar mein erster Staatsbesuch im indischen Dominion. Da mich meine Aufgaben zurück nach Europa führen, werde ich von meinem nunmehrigen Amtskollegen Premierminister Nehru zum Flughafen gebracht, von wo aus ich in Richtung London aufbreche.

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Für mich sind die letzten beiden Wochen meiner Regierungszeit angebrochen. Meinem Nachfolger müssen die Amtsgeschäfte übergeben und Details von mehr als 200 Jahren Amtszeit erläutert werden. Nicht zuletzt wartet auf mich ein Schreibtisch, der aufgeräumt werden muss - ein für alle mal.

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von Private_S » Do 21.01.2016, 20:52

Ha ha! Es ist entzückend zu sehen solch ein Ende nahebei, ist es nicht?

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