Alternatives Ende I: Kapitel 289 - Operation Grand Slam
17. August 1952 21:50 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord der HMS Kent:
Bond: "Guten Abend, Moneypenny!"
Moneypenny: "Gute Nacht triffts wohl eher."
Bond: "Der Geheimdienst Ihrer Majestät schläft nie, Penny."
Moneypenny: "Ich kann dir sagen, mit wem ich gern....Naja. Du gehst besser gleich rein. Er ist schon ganz ungeduldig."
Bond: "Nun, dann müssen wir unser Tête-à-Tête wohl verschieben."
Moneypenny: "Hach...."
M: "Nehmen Sie Platz, 007."
Bond: "Dankesehr."
M: "Hatten Sie eine gute Anreise aus Moskau?"
Bond: "Den Umständen entsprechend, Sir."
M: "Ich habe eine große Sache für Sie, 007. Deswegen bin ich auch persönlich gekommen."
Bond: "In der Ostsee, Sir?"
M: "Die sowjetische Führung, allen voran Josef Stalin, ist offenbar nicht mehr zu rationalen Entscheidungen fähig. Erst bombardieren sie Berlin, dann die Royal Navy. Wer weiß, was als nächstes kommt. Vielleicht sogar London. "
Bond: "Wie lautet mein Auftrag, Sir?"
M: "Wir müssen dringend wissen, wo die sowjetischen Raketenbasen sind, damit wir sie gezielt ausschalten und Stalin damit Schachmatt setzen können."
Bond: "Also geht es nach Russland."
M: "Fast. Estland. Doch Sie haben nicht viel Zeit. Im Rahmen der
Operation Grand Slam, unseren Vergeltungsschlägen nach Stalins letztem Atomangriff, werden insgesamt sechs sowjetische Städte, darunter Solnetschnogorsk, angegriffen. Es ist davon auszugehen, dass Stalin danach zurückschlagen wird."
Bond: "Verstanden, Sir."
M: "Sie werden nach Tallin gebracht. In der Agentenwohnung finden Sie Ihre Ausrüstung und die letzten Details. In der Nähe der Stadt befindet sich irgendwo das geheime Hauptqartier der russischen Landstreitkräfte. Infiltrieren Sie es und finden Sie die Standorte der sowjetischen Raketen heraus."
Bond: "Wie komme ich nach Tallin?"
M: "Per U-Boot."
Bond: "Wir haben hier keine U-Boote im Einsatz. Nur die Deut...."
M: "Ganz richtig, die Deutschen. Sie werden mit der Kriegsmarine zusammen arbeiten. In einer halben Stunde treffen wir mit U-96 zusammen. Sie werden an Bord gehen und vor der Küste durch ein Torpedorohr aussteigen."
Bond: "Klingt aufregend."
M: "Wird es sicher auch. Das wärs für heute."
Bond: "Das reicht ja auch."
M: "Augenblick noch. In wenigen Stunden wird die
Operation Grand Slam anlaufen. Die ersten Einschläge sind für morgen Mittag zu erwarten. Anschließend werden die Sowjets wohl nicht viel mehr als 24 Stunden für eine mögliche Vergeltung brauchen. Ihre Mission soll dazu führen, dass sie sich das nochmal überlegen."
Bond: "Ja, Sir."
M: "Sie haben also nicht viel Zeit."
Bond: "Wie immer, Sir."
17. August 1952 22:10 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord von U-96:
Kaleu: "Die Langeweile ist vorüber, Männer. Wir müssten in Kürze auf die
HMS Kent treffen."
Lt. Werner: "Eine Übung?"
Kaleu: "Der britische Geheimdienst braucht unsere Hilfe."
II WO: "Der Geheimdienst? Verwechseln die Tommys da nicht etwas die Fronten? Wozu wollen die denn unter Wasser spionieren?
I WO: "Wir werden den verbündeten Agenten selbstverständlich nur transportieren sollen."
Kaleu: "Das ganze passiert noch heute morgen. Wir werden uns mit dem Schweren Kreuzer
HMS Kent treffen und den Spion übernehmen. Anschließend Kurs auf Tallin. LI, wieviel Druck wirkt auf den Kerl, wenn wir ihn aus einem der vorderen Rohre schießen?"
LI: "Das muss er abkönnen."
Kaleu: "Gut. Das ganz läuft hier, genau hier. Wenig Strömung, vergleichsweise flach. Aber wir können nachher wieder gut abhauen."
Btsm. Lamprecht: "Herr Kaleu, Schiff in Sicht. Britische Flagge, Schwerer Kreuzer. Es muss die
HMS Kent sein."
Kaleu: "Danke, Bootsmann. LI, halten Sie das Boot ruhig. Wir wollen unsere britischen Freunde doch nicht etwa rammen."
Zu behaupten, es käme überraschend, dass Stalin nicht auf unsere Waffenstillstandsforderungen eingeht, zeugt von politischer Naivität. Doch seine Reaktion, weiterhin nuklear gegen uns vorzugehen, zeugt wiederum von Stalins zunehmender Unberechenbarkeit. Wenn sich bei einem Staatsführer die Vernunft verabschiedet und stattdessen Emotion oder Verrücktheit einkehrt, ist das für alle Kriegsteilnehmer eine potenziell heikle Situation. Stalin hat auf unseren Vergeltungsschlag mit einem Nuklearschlag gegen die in der Ostsee operierende
1st Fleet geantwortet und damit Chuzpe unglaublichen Ausmaßes bewiesen. Er legt es auf die totale Eskalation an. Und er wird sie bekommen.
An Josef Stalin,
den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion,
Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare,
Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR und
Obersten Befehlshaber der Roten Armee,
unser Vergeltungsschlag nach der Zerstörung von Berlin sollte der sowjetischen Führung und der Roten Armee vor Augen führen, dass unser nukleares Arsenal voll gefüllt und jederzeit einsatzbereit ist. Alle Ziele westlich des Urals können durch britische Raketen bekämpft werden, ebenfalls Ostasien und Ostrussland. Die Botschaft an Sie sollte also sein: ein Atomkrieg mit Großbritannien ist nicht ratsam.
Da in der sowjetischen Führung offenbar noch kein Verständnis für diesen Fakt herrscht, sehe ich mich gezwungen deutlicher zu werden. In Kürze werden sechs Ihrer Städte, inkl. Minsk und Wladiwostok, durch unsere Atomraketen zerstört werden.
Folgendes fordern wir erneut:
- unverzügliche Einstellung aller Kampfhandlungen (auch in China und Korea)
- Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen
- Rückzug aus sämtlichen besetzten Gebieten binnen 14 Tagen
- Anerkennung der Zugehörigkeit von Norwegen und Türkei zum westlichen Bündnis
- Volksabstimmung im Baltikum, dem Kaukasus und der Ukraine über Zugehörigkeit zu UdSSR oder Unabhängigkeit
- Krim wird auf 10 Jahre internationales Territorium unter NATO-Verwaltung zur Überwachung der Nachkriegsordnung
- Überstellung der politischen und militärischen Kriegsverbrecher der UdSSR an ein internationales Kriegsverbrechertribunal
Hochachtungsvoll
William Clinck, 1st Earl Clinck of Aylesbury
Prime Minister of HM Government
Noch bevor Stalin das an ihn adressierte Staatstelegramm in seinen Händen hält, bekommen die britischen Raketentruppen im deutschen Rheinland abermals Schussbefehl. Die Ziele sind die Marinebasis Murmansk, Solnetschnogorsk, der provisorische Sitz der sowjetischen Regierung sowie Minsk. Unsere syrische Raketenbasis feuert auf die wirtschaftlichen Zentren in Orsk und Ufa.
Auch im fernen Osten wird die Sowjetion angegriffen. Unsere Raketenabschussbasis auf Okinawa erhält den Befehl, Wladiwostok mit einer Rakete mit Atomsprengkopf anzugreifen. Am 18. August am frühen Nachmittag detoniert die Bombe über der Stadt.
Wenige Stunden später werden Ufa und Orsk getroffen.
In der Nacht zum 19. August wird dann auch Minsk zerstört.
Am nächsten Morgen antwortet Stalin in einer öffentlichen Rundfunkansprache. Er ist erzürnt und verurteilt die Angriffe auf Minsk sowie Ufa und Orsk, das "wirtschaftliche Herz der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken". Ferner kündigt er bittere Vergeltung für diese "hinterhältigen Angriffe imperialistischer Aggressoren" an. Es müsse nun zum äußersten Mittel gegriffen werden, um den Sieg endgültig zu erringen.
Währenddessen sind ist die Operation Grand Slam noch nicht abgeschlossen. Die zwei Raketen mit den Zielen Murmansk und Solnetschnogorsk sind noch unterwegs.
Murmansk wird am frühen Morgen des 20. August getroffen, Solnetschnogorsk wurde bereits vor drei Stunden zerstört.
20. August 1952 07:05 Uhr, Hauptquartier des MI6, Büro von M:
M: "Sind Sie sich sicher, was die Standorte der Raketenabschussbasen anbelangt?"
Bond: "Ja, Sir. Sämtliche Raketen sind an diesen drei Standorten konzentriert."
M: "General, leiten Sie das schnellstmöglich an die entsprechenden Stellen weiter. Beten wir, dass es noch nicht zu spät ist."
Es ist der 20. August 1952, der das Angesicht Londons, ja des Empires, für immer verändern wird. An jenem Tag beginnt alles so, wie die Tage, Wochen und Monate zuvor auch. Kinder gehen zur Schule, Geschäfte in der Innenstadt öffnen, Menschen gehen zur Arbeit, geschäftiges Treiben wo man hinschaut. Es ist ein heißer Tag, die Sonne scheint hell. Bis gegen Mittag in Sekundenbruchteilen ihre Helligkeit schlagartig zuzunehmen scheint, so als würde sie explodieren. Niemand wird der Bedrohung gewahr, bis es zu spät ist. Ein greller Blitz, eine Explosion, eine ungeheure Druckwelle. London ist nicht mehr das, was es einmal war. Bonds Erkenntnisse kamen zu spät.
Auf den Straßen herrscht Chaos, Menschen versuchen zu flüchten, die Army versucht zu helfen, nichts geht mehr. Der wirtschaftliche Betrieb und das Leben in den Straßen kommen zum erliegen. London scheint unaufhaltsam zu kollabieren.
Weder die Königin noch ich befinden uns zum Zeitpunkt der Zerstörung Londons in der Stadt. Ihre Majestät weilt schon seit längerem in Kanada, während ich nach dem Angriff auf die
1st Fleet in den Regierungsbunker nach Südengland gebracht wurde. Eins steht fest: für London wird es Vergeltung geben. Und dafür kommt nur ein einziges Ziel in Frage. Unsere Raketentruppen bekommen den Befehl, Moskau zu vernichten. Zwei Raketen erhalten Angriffsbefehl für die sowjetische Hauptstadt, eine davon direkt für den Kreml. Weiterhin sollen die von Bond lokalisierten Raketenabschusseinrichtungen bei Smolensk, Pskow und Mogilew zerstört werden.
Noch am Abend des 20. August werden auch Birmingham und Sheffield von einer sowjetischen Atomrakete zerstört. Die Vergeltung hierfür wird sich abermals gegen die jetzige und nun auch gegen die einstige Hauptstadt richten: Moskau und Leningrad.
Im Laufe des 21. August wird die Sowjetunion hart von unseren Vergeltungsmaßnahmen getroffen. Moskau wird von den ersten beiden Atomraketen zum großen Teil zerstört; das Hauptziel - der Kreml - wurde vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Bei den anderen drei Zielen Smolensk, Pskow und Mogilew wurden weniger die Städte in Mitleidenschaft gezogen. Die Raketenstartanlagen jedoch wurden vollständig vernichtet. Wir sind nun vorerst sicher vor sowjetischen Raketen.
Am Abend treffen die letzten beiden Atomraketen unseres Vergeltungsschlages über ihren Zielen ein. Die Städte wurden dabei komplett zerstört und werden wohl nie wieder als Hauptstadt taugen können.
In Breslau und auf der Krim sind unterdessen die Amerikaner in Stellung gegangen und bestücken ihre schweren Bomber mit Atombomben. Gleichzeitig wird der Sowjetunion angekündigt, dass jegliche Vergeltungsmaßnahmen weitere britische und nun auch amerikanische nukleare Angriffe in doppelter und dreifacher Intensität nach sich ziehen werden.
23. August 1952 01:50 Uhr, Ort unbekannt, Versteck der Sowjetischen Regierung:
Stalin will als Reaktion auf die Zerstörung Moskaus und Leningrads sowie aller Raketen nun seine Langstreckenbomber mit Atombomben bestücken und losschicken. Sie sollen weitere Ziele in Westeuropa zerstören. Nun dämmert auch den Mitgliedern des Politbüros, dass Stalin mittlerweile eine Gefahr für das eigene Land geworden ist. Sie ergreifen die Initiative und beseitigen das einzige, was zwischen ihnen und einem Waffenstillstand steht: Stalin.
Am frühen Morgen des 23. August geht im südenglischen Regierungsbunker ein knappes Telegramm ein. Nikita Chruschtschow akzeptiert darin die Waffenstillstandsforderungen und schlägt Stockholm als Ort für ein Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern vor. Ich stimme zu und erteile Befehl an die britischen Streitkräfte rund um die Welt, dass alle Kampfhandlungen mit Ablauf des 23. August 1952 vorläufig einzustellen sind.
Der Krieg ist aus. Es gibt keine Gewinner, nur Verlierer. Die Menschheit hat an sich selbst das schlimmste Verbrechen seit Menschheitsgedenken verübt. Zahlreiche Städte liegen in Schutt und Asche, einige davon infolge von nuklearen Angriffen. Dazu gehört nicht nur Moskau.
Auch London, über Jahrhunderte der Nabel der zivilisierten Welt, ist nurmehr ein Schatten seiner selbst. Der feige sowjetische Angriff hat die so schöne und stolze Stadt beinahe vollkommen zerstört. Das Vereinigte Königreich geht aus dem Krieg enorm geschwächt hervor. Nie zuvor war es ob der vielen Zerstörungen durch die sowjetischen Atombomben wirtschaftlich dermaßen abhängig von seinen Kolonien wie jetzt. Gleichzeitig ist das Militär geschwächt und muss im großen Maßstab auf den heimischen Inseln zur Krisenbewältigung eingesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich nicht nur Indien und Pakistan von Großbritannien lossagen. Über der Zukunft des Empires hängen dunkle Wolken. Niemand vermag zu sagen, was auf uns zukommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschheit wenigstens dieses eine Mal aus seinen Fehlern lernt und sich nie wieder in einen Krieg stürzen wird.
Die Amerikaner feiern den Sieg, den sie im Wesentlichen dem erfolgreichen Einsatz der Nuklearwaffen zuschreiben. Sie haben auch allen Grund zum Feiern. Nachdem die Sowjetunion und das Vereinigte Königreich derart darnieder liegen, sind sie nun die einzig verbliebene Supermacht.
Nach feiern ist mir allerdings überhaupt nicht zumute. Die politische Verantwortung für den gegenwärtigen Zustand des Empires und insbesondere der zerstörten britischen Städte, hier v.a. London, liegt ganz klar bei mir. Ich war es, der die Angriffe auf Russland autorisiert hat. Ich war es, der zu immer härteren Vergeltungsmaßnahmen gegriffen hat. Ich war es, der mit einer entsprechenden Reaktion der Sowjets rechnen musste und es auch getan hat. Und so schreibe ich mein Rücktrittsgesuch und hoffe, dass mein Nachfolger den Zerfall des Empires verhindern oder wenigstens so lange hinauszögern kann, bis sich das Vereinigte Königreich wirtschaftlich wieder gefangen hat.

[align=center][size=200]Alternatives Ende I: Kapitel 289 - Operation Grand Slam[/size][/align]
[u]17. August 1952 21:50 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord der [i]HMS Kent[/i]:[/u]
Bond: "Guten Abend, Moneypenny!"
Moneypenny: "Gute Nacht triffts wohl eher."
Bond: "Der Geheimdienst Ihrer Majestät schläft nie, Penny."
Moneypenny: "Ich kann dir sagen, mit wem ich gern....Naja. Du gehst besser gleich rein. Er ist schon ganz ungeduldig."
Bond: "Nun, dann müssen wir unser Tête-à-Tête wohl verschieben."
Moneypenny: "Hach...."
[img]http://abload.de/img/bond4p8o6h.png[/img]
M: "Nehmen Sie Platz, 007."
Bond: "Dankesehr."
M: "Hatten Sie eine gute Anreise aus Moskau?"
Bond: "Den Umständen entsprechend, Sir."
M: "Ich habe eine große Sache für Sie, 007. Deswegen bin ich auch persönlich gekommen."
Bond: "In der Ostsee, Sir?"
M: "Die sowjetische Führung, allen voran Josef Stalin, ist offenbar nicht mehr zu rationalen Entscheidungen fähig. Erst bombardieren sie Berlin, dann die Royal Navy. Wer weiß, was als nächstes kommt. Vielleicht sogar London. "
Bond: "Wie lautet mein Auftrag, Sir?"
M: "Wir müssen dringend wissen, wo die sowjetischen Raketenbasen sind, damit wir sie gezielt ausschalten und Stalin damit Schachmatt setzen können."
Bond: "Also geht es nach Russland."
M: "Fast. Estland. Doch Sie haben nicht viel Zeit. Im Rahmen der [i]Operation Grand Slam[/i], unseren Vergeltungsschlägen nach Stalins letztem Atomangriff, werden insgesamt sechs sowjetische Städte, darunter Solnetschnogorsk, angegriffen. Es ist davon auszugehen, dass Stalin danach zurückschlagen wird."
Bond: "Verstanden, Sir."
M: "Sie werden nach Tallin gebracht. In der Agentenwohnung finden Sie Ihre Ausrüstung und die letzten Details. In der Nähe der Stadt befindet sich irgendwo das geheime Hauptqartier der russischen Landstreitkräfte. Infiltrieren Sie es und finden Sie die Standorte der sowjetischen Raketen heraus."
Bond: "Wie komme ich nach Tallin?"
M: "Per U-Boot."
Bond: "Wir haben hier keine U-Boote im Einsatz. Nur die Deut...."
M: "Ganz richtig, die Deutschen. Sie werden mit der Kriegsmarine zusammen arbeiten. In einer halben Stunde treffen wir mit U-96 zusammen. Sie werden an Bord gehen und vor der Küste durch ein Torpedorohr aussteigen."
Bond: "Klingt aufregend."
M: "Wird es sicher auch. Das wärs für heute."
Bond: "Das reicht ja auch."
[img]http://abload.de/img/bond2c9k5i.png[/img]
M: "Augenblick noch. In wenigen Stunden wird die [i]Operation Grand Slam[/i] anlaufen. Die ersten Einschläge sind für morgen Mittag zu erwarten. Anschließend werden die Sowjets wohl nicht viel mehr als 24 Stunden für eine mögliche Vergeltung brauchen. Ihre Mission soll dazu führen, dass sie sich das nochmal überlegen."
Bond: "Ja, Sir."
M: "Sie haben also nicht viel Zeit."
Bond: "Wie immer, Sir."
[img]http://abload.de/img/bond3x8kbj.png[/img]
[u]17. August 1952 22:10 Uhr, irgendwo vor der Küste Estlands, an Bord von [i]U-96[/i]:[/u]
Kaleu: "Die Langeweile ist vorüber, Männer. Wir müssten in Kürze auf die [i]HMS Kent[/i] treffen."
Lt. Werner: "Eine Übung?"
Kaleu: "Der britische Geheimdienst braucht unsere Hilfe."
II WO: "Der Geheimdienst? Verwechseln die Tommys da nicht etwas die Fronten? Wozu wollen die denn unter Wasser spionieren?
I WO: "Wir werden den verbündeten Agenten selbstverständlich nur transportieren sollen."
Kaleu: "Das ganze passiert noch heute morgen. Wir werden uns mit dem Schweren Kreuzer [i]HMS Kent[/i] treffen und den Spion übernehmen. Anschließend Kurs auf Tallin. LI, wieviel Druck wirkt auf den Kerl, wenn wir ihn aus einem der vorderen Rohre schießen?"
LI: "Das muss er abkönnen."
Kaleu: "Gut. Das ganz läuft hier, genau hier. Wenig Strömung, vergleichsweise flach. Aber wir können nachher wieder gut abhauen."
[img]http://abload.de/img/kartentischo5js5.png[/img]
Btsm. Lamprecht: "Herr Kaleu, Schiff in Sicht. Britische Flagge, Schwerer Kreuzer. Es muss die [i]HMS Kent[/i] sein."
Kaleu: "Danke, Bootsmann. LI, halten Sie das Boot ruhig. Wir wollen unsere britischen Freunde doch nicht etwa rammen."
[img]http://abload.de/img/kaleui2kmy.jpg[/img]
Zu behaupten, es käme überraschend, dass Stalin nicht auf unsere Waffenstillstandsforderungen eingeht, zeugt von politischer Naivität. Doch seine Reaktion, weiterhin nuklear gegen uns vorzugehen, zeugt wiederum von Stalins zunehmender Unberechenbarkeit. Wenn sich bei einem Staatsführer die Vernunft verabschiedet und stattdessen Emotion oder Verrücktheit einkehrt, ist das für alle Kriegsteilnehmer eine potenziell heikle Situation. Stalin hat auf unseren Vergeltungsschlag mit einem Nuklearschlag gegen die in der Ostsee operierende [i]1st Fleet[/i] geantwortet und damit Chuzpe unglaublichen Ausmaßes bewiesen. Er legt es auf die totale Eskalation an. Und er wird sie bekommen.
[quote]An Josef Stalin,
den Generalsekretär des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion,
Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare,
Vorsitzenden des Ministerrats der UdSSR und
Obersten Befehlshaber der Roten Armee,
unser Vergeltungsschlag nach der Zerstörung von Berlin sollte der sowjetischen Führung und der Roten Armee vor Augen führen, dass unser nukleares Arsenal voll gefüllt und jederzeit einsatzbereit ist. Alle Ziele westlich des Urals können durch britische Raketen bekämpft werden, ebenfalls Ostasien und Ostrussland. Die Botschaft an Sie sollte also sein: ein Atomkrieg mit Großbritannien ist nicht ratsam.
Da in der sowjetischen Führung offenbar noch kein Verständnis für diesen Fakt herrscht, sehe ich mich gezwungen deutlicher zu werden. In Kürze werden sechs Ihrer Städte, inkl. Minsk und Wladiwostok, durch unsere Atomraketen zerstört werden.
Folgendes fordern wir erneut:
[list]
[*]unverzügliche Einstellung aller Kampfhandlungen (auch in China und Korea)
[*]Aufnahme von Waffenstillstandsverhandlungen
[*]Rückzug aus sämtlichen besetzten Gebieten binnen 14 Tagen
[*]Anerkennung der Zugehörigkeit von Norwegen und Türkei zum westlichen Bündnis
[*]Volksabstimmung im Baltikum, dem Kaukasus und der Ukraine über Zugehörigkeit zu UdSSR oder Unabhängigkeit
[*]Krim wird auf 10 Jahre internationales Territorium unter NATO-Verwaltung zur Überwachung der Nachkriegsordnung
[*]Überstellung der politischen und militärischen Kriegsverbrecher der UdSSR an ein internationales Kriegsverbrechertribunal
[/list]
Hochachtungsvoll
William Clinck, 1st Earl Clinck of Aylesbury
Prime Minister of HM Government[/quote]
Noch bevor Stalin das an ihn adressierte Staatstelegramm in seinen Händen hält, bekommen die britischen Raketentruppen im deutschen Rheinland abermals Schussbefehl. Die Ziele sind die Marinebasis Murmansk, Solnetschnogorsk, der provisorische Sitz der sowjetischen Regierung sowie Minsk. Unsere syrische Raketenbasis feuert auf die wirtschaftlichen Zentren in Orsk und Ufa.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a1jjs4t.png[/img]
Auch im fernen Osten wird die Sowjetion angegriffen. Unsere Raketenabschussbasis auf Okinawa erhält den Befehl, Wladiwostok mit einer Rakete mit Atomsprengkopf anzugreifen. Am 18. August am frühen Nachmittag detoniert die Bombe über der Stadt.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a2ilsln.png[/img]
Wenige Stunden später werden Ufa und Orsk getroffen.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a3pdswd.png[/img]
In der Nacht zum 19. August wird dann auch Minsk zerstört.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a4qashl.png[/img]
Am nächsten Morgen antwortet Stalin in einer öffentlichen Rundfunkansprache. Er ist erzürnt und verurteilt die Angriffe auf Minsk sowie Ufa und Orsk, das "wirtschaftliche Herz der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken". Ferner kündigt er bittere Vergeltung für diese "hinterhältigen Angriffe imperialistischer Aggressoren" an. Es müsse nun zum äußersten Mittel gegriffen werden, um den Sieg endgültig zu erringen.
[img] http://abload.de/img/stalinaujfm.jpg[/img]
Währenddessen sind ist die Operation Grand Slam noch nicht abgeschlossen. Die zwei Raketen mit den Zielen Murmansk und Solnetschnogorsk sind noch unterwegs.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a54qshb.png[/img]
Murmansk wird am frühen Morgen des 20. August getroffen, Solnetschnogorsk wurde bereits vor drei Stunden zerstört.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a71qsvr.png[/img]
[u]20. August 1952 07:05 Uhr, Hauptquartier des MI6, Büro von M:[/u]
M: "Sind Sie sich sicher, was die Standorte der Raketenabschussbasen anbelangt?"
Bond: "Ja, Sir. Sämtliche Raketen sind an diesen drei Standorten konzentriert."
M: "General, leiten Sie das schnellstmöglich an die entsprechenden Stellen weiter. Beten wir, dass es noch nicht zu spät ist."
[img]http://abload.de/img/meldungmqhscq.png[/img]
Es ist der 20. August 1952, der das Angesicht Londons, ja des Empires, für immer verändern wird. An jenem Tag beginnt alles so, wie die Tage, Wochen und Monate zuvor auch. Kinder gehen zur Schule, Geschäfte in der Innenstadt öffnen, Menschen gehen zur Arbeit, geschäftiges Treiben wo man hinschaut. Es ist ein heißer Tag, die Sonne scheint hell. Bis gegen Mittag in Sekundenbruchteilen ihre Helligkeit schlagartig zuzunehmen scheint, so als würde sie explodieren. Niemand wird der Bedrohung gewahr, bis es zu spät ist. Ein greller Blitz, eine Explosion, eine ungeheure Druckwelle. London ist nicht mehr das, was es einmal war. Bonds Erkenntnisse kamen zu spät.
[img] http://abload.de/img/angrifflondon_mitschr1bkdn.png[/img]
Auf den Straßen herrscht Chaos, Menschen versuchen zu flüchten, die Army versucht zu helfen, nichts geht mehr. Der wirtschaftliche Betrieb und das Leben in den Straßen kommen zum erliegen. London scheint unaufhaltsam zu kollabieren.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a8jws3h.png[/img]
Weder die Königin noch ich befinden uns zum Zeitpunkt der Zerstörung Londons in der Stadt. Ihre Majestät weilt schon seit längerem in Kanada, während ich nach dem Angriff auf die [i]1st Fleet[/i] in den Regierungsbunker nach Südengland gebracht wurde. Eins steht fest: für London wird es Vergeltung geben. Und dafür kommt nur ein einziges Ziel in Frage. Unsere Raketentruppen bekommen den Befehl, Moskau zu vernichten. Zwei Raketen erhalten Angriffsbefehl für die sowjetische Hauptstadt, eine davon direkt für den Kreml. Weiterhin sollen die von Bond lokalisierten Raketenabschusseinrichtungen bei Smolensk, Pskow und Mogilew zerstört werden.
[img]https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/90/Atlas_missile_launch.jpg/412px-Atlas_missile_launch.jpg[/img]
Noch am Abend des 20. August werden auch Birmingham und Sheffield von einer sowjetischen Atomrakete zerstört. Die Vergeltung hierfür wird sich abermals gegen die jetzige und nun auch gegen die einstige Hauptstadt richten: Moskau und Leningrad.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a9lsssi.png[/img]
Im Laufe des 21. August wird die Sowjetunion hart von unseren Vergeltungsmaßnahmen getroffen. Moskau wird von den ersten beiden Atomraketen zum großen Teil zerstört; das Hauptziel - der Kreml - wurde vollständig dem Erdboden gleich gemacht. Bei den anderen drei Zielen Smolensk, Pskow und Mogilew wurden weniger die Städte in Mitleidenschaft gezogen. Die Raketenstartanlagen jedoch wurden vollständig vernichtet. Wir sind nun vorerst sicher vor sowjetischen Raketen.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a10x3sn7.png[/img]
Am Abend treffen die letzten beiden Atomraketen unseres Vergeltungsschlages über ihren Zielen ein. Die Städte wurden dabei komplett zerstört und werden wohl nie wieder als Hauptstadt taugen können.
[img]http://abload.de/img/kapitel289a11glsfh.png[/img]
In Breslau und auf der Krim sind unterdessen die Amerikaner in Stellung gegangen und bestücken ihre schweren Bomber mit Atombomben. Gleichzeitig wird der Sowjetunion angekündigt, dass jegliche Vergeltungsmaßnahmen weitere britische und nun auch amerikanische nukleare Angriffe in doppelter und dreifacher Intensität nach sich ziehen werden.
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[u]23. August 1952 01:50 Uhr, Ort unbekannt, Versteck der Sowjetischen Regierung:[/u]
Stalin will als Reaktion auf die Zerstörung Moskaus und Leningrads sowie aller Raketen nun seine Langstreckenbomber mit Atombomben bestücken und losschicken. Sie sollen weitere Ziele in Westeuropa zerstören. Nun dämmert auch den Mitgliedern des Politbüros, dass Stalin mittlerweile eine Gefahr für das eigene Land geworden ist. Sie ergreifen die Initiative und beseitigen das einzige, was zwischen ihnen und einem Waffenstillstand steht: Stalin.
http://www.youtube.com/watch?v=alvwuuU2CAQ
Am frühen Morgen des 23. August geht im südenglischen Regierungsbunker ein knappes Telegramm ein. Nikita Chruschtschow akzeptiert darin die Waffenstillstandsforderungen und schlägt Stockholm als Ort für ein Treffen zwischen den Staatsoberhäuptern vor. Ich stimme zu und erteile Befehl an die britischen Streitkräfte rund um die Welt, dass alle Kampfhandlungen mit Ablauf des 23. August 1952 vorläufig einzustellen sind.
[img]http://abload.de/img/kapitel2931hbrh0.png[/img]
Der Krieg ist aus. Es gibt keine Gewinner, nur Verlierer. Die Menschheit hat an sich selbst das schlimmste Verbrechen seit Menschheitsgedenken verübt. Zahlreiche Städte liegen in Schutt und Asche, einige davon infolge von nuklearen Angriffen. Dazu gehört nicht nur Moskau.
[img]http://abload.de/img/moskauzerstrtaksca.jpg[/img]
Auch London, über Jahrhunderte der Nabel der zivilisierten Welt, ist nurmehr ein Schatten seiner selbst. Der feige sowjetische Angriff hat die so schöne und stolze Stadt beinahe vollkommen zerstört. Das Vereinigte Königreich geht aus dem Krieg enorm geschwächt hervor. Nie zuvor war es ob der vielen Zerstörungen durch die sowjetischen Atombomben wirtschaftlich dermaßen abhängig von seinen Kolonien wie jetzt. Gleichzeitig ist das Militär geschwächt und muss im großen Maßstab auf den heimischen Inseln zur Krisenbewältigung eingesetzt werden. Es ist davon auszugehen, dass sich nicht nur Indien und Pakistan von Großbritannien lossagen. Über der Zukunft des Empires hängen dunkle Wolken. Niemand vermag zu sagen, was auf uns zukommen wird. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschheit wenigstens dieses eine Mal aus seinen Fehlern lernt und sich nie wieder in einen Krieg stürzen wird.
[img]http://abload.de/img/londonnachkriegsbk79.jpg[/img]
Die Amerikaner feiern den Sieg, den sie im Wesentlichen dem erfolgreichen Einsatz der Nuklearwaffen zuschreiben. Sie haben auch allen Grund zum Feiern. Nachdem die Sowjetunion und das Vereinigte Königreich derart darnieder liegen, sind sie nun die einzig verbliebene Supermacht.
[img]http://abload.de/img/atomkuchen3fyvt.jpg[/img]
Nach feiern ist mir allerdings überhaupt nicht zumute. Die politische Verantwortung für den gegenwärtigen Zustand des Empires und insbesondere der zerstörten britischen Städte, hier v.a. London, liegt ganz klar bei mir. Ich war es, der die Angriffe auf Russland autorisiert hat. Ich war es, der zu immer härteren Vergeltungsmaßnahmen gegriffen hat. Ich war es, der mit einer entsprechenden Reaktion der Sowjets rechnen musste und es auch getan hat. Und so schreibe ich mein Rücktrittsgesuch und hoffe, dass mein Nachfolger den Zerfall des Empires verhindern oder wenigstens so lange hinauszögern kann, bis sich das Vereinigte Königreich wirtschaftlich wieder gefangen hat.
[img]http://abload.de/img/ruecktritt_clinckz3xl0.png[/img]