von Koenigsmoerder » So 09.08.2020, 14:18
deltadagger hat geschrieben:Meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass der Luftkrieg generell gegen zivile Einrichtungen nicht sonderlich effektiv im Sinne Einfluss nehmend auf den Kriegsverlauf war.
Moralisch (Stärkung z. B. bei den Briten, Schwächung z. B. bei Deutschland) mag dann wieder was anderes sein.
Jein.
Tatsächlich war es ja so, dass die Terrorangriffe genau das Gegenteil bewirkten, nämlich den Durchhaltewillen der betroffenen Bevölkerung verstärkten. Insofern sind insbesondere die Briten ein klassisches Beispiel für die um sich greifende Hybris, dass man dem Kriegsgegner weniger zutraut als den eigenen Leuten. Sie haben 40/41 selbst gesehen, dass die deutschen Luftangriffe auf England den Widerstandswillen nur angefacht haben. Zu glauben, dass man selbst dann in den späteren Kriegsjahren die deutsche Bevölkerung aus der Luft in die Knie zwingen könnte, war mehr als vermessen.
Auch die sich stetig steigernden Produktionszahlen der deutschen Rüstungsindustrie legen nahe, dass die Tagesangriffe der Amerikaner keinen entscheidenen Einfluss auf den Kriegsverlauf hatten. Wiewohl man natürlich immer spekulieren kann, wozu die deutsche Rüstungsindustrie noch fähig gewesen wäre, wenn sie weitestgehend ungestört hätte produzieren können. Wobei die Angriffe gegen die Transportkapazitäten des Reiches 44/45 durchaus als sehr effektiv angenommen werden können, aber zu dem Zeitpunkt dann womöglich tatsächlich nicht mehr kriegsentscheidend.
Wir würden dennoch sagen, dass der Luftkrieg entscheidend mit zur Niederlage Nazideutschlands beigetragen hat.
Weniger durch die direkten Schäden und Verluste, die er verursacht hat, sondern durch die Kapazitäten, die er an der Heimatfront gebunden hat. Zahlreiche Jagdgeschwader, unfassbar viel Material in Form von Flak und Flakscheinwerfer und nicht zuletzt auch die kostbare Ressource Mensch. Es waren ja nicht alleine Hitlerjungen in den Flakstellungen. Wenn man überlegt, in wie vielen wichtigen Schlachten der Wehrmacht eine, zwei, drei weitere Divisionen womöglich zum Sieg gereicht hätten. Wer weiß, was passiert hätte, wenn Deutschland die enormen Kapazitäten, die es an der Heimatfront brauchte, an den eigentlichen Fronten hätte einsetzen können...
[quote="deltadagger"]Meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass der Luftkrieg generell gegen zivile Einrichtungen nicht sonderlich effektiv im Sinne Einfluss nehmend auf den Kriegsverlauf war.
Moralisch (Stärkung z. B. bei den Briten, Schwächung z. B. bei Deutschland) mag dann wieder was anderes sein.[/quote]
Jein.
Tatsächlich war es ja so, dass die Terrorangriffe genau das Gegenteil bewirkten, nämlich den Durchhaltewillen der betroffenen Bevölkerung verstärkten. Insofern sind insbesondere die Briten ein klassisches Beispiel für die um sich greifende Hybris, dass man dem Kriegsgegner weniger zutraut als den eigenen Leuten. Sie haben 40/41 selbst gesehen, dass die deutschen Luftangriffe auf England den Widerstandswillen nur angefacht haben. Zu glauben, dass man selbst dann in den späteren Kriegsjahren die deutsche Bevölkerung aus der Luft in die Knie zwingen könnte, war mehr als vermessen.
Auch die sich stetig steigernden Produktionszahlen der deutschen Rüstungsindustrie legen nahe, dass die Tagesangriffe der Amerikaner keinen entscheidenen Einfluss auf den Kriegsverlauf hatten. Wiewohl man natürlich immer spekulieren kann, wozu die deutsche Rüstungsindustrie noch fähig gewesen wäre, wenn sie weitestgehend ungestört hätte produzieren können. Wobei die Angriffe gegen die Transportkapazitäten des Reiches 44/45 durchaus als sehr effektiv angenommen werden können, aber zu dem Zeitpunkt dann womöglich tatsächlich nicht mehr kriegsentscheidend.
Wir würden dennoch sagen, dass der Luftkrieg entscheidend mit zur Niederlage Nazideutschlands beigetragen hat.
Weniger durch die direkten Schäden und Verluste, die er verursacht hat, sondern durch die Kapazitäten, die er an der Heimatfront gebunden hat. Zahlreiche Jagdgeschwader, unfassbar viel Material in Form von Flak und Flakscheinwerfer und nicht zuletzt auch die kostbare Ressource Mensch. Es waren ja nicht alleine Hitlerjungen in den Flakstellungen. Wenn man überlegt, in wie vielen wichtigen Schlachten der Wehrmacht eine, zwei, drei weitere Divisionen womöglich zum Sieg gereicht hätten. Wer weiß, was passiert hätte, wenn Deutschland die enormen Kapazitäten, die es an der Heimatfront brauchte, an den eigentlichen Fronten hätte einsetzen können...